Seit Anfang Jahr werden keine Einschaltquoten mehr veröffentlicht, weil das neue Messsystem für TV-Zuschauerzahlen offenbar grosse Mängel aufweist. Besonders betroffen sind die deutschen Privatsender mit ihren Schweizer Werbefenstern, berichtet die Zeitung «Der Sonntag». Sie kämpfen gegen die Publikation der ihrer Ansicht nach falschen Zahlen an.

Minus 30 bis 50 Prozent Reichweite

Gemäss dem «Sonntag» zeigen die neu erhobenen Quoten, dass Sender wie RTL, RTL 2 und Pro 7 massiv Zuschauer verlieren würden. Sie würden gegenüber dem Vorjahr satte 20 Prozent, teilweise gar fast 30 Prozent der Reichweite einbüssen. Doch RTL, Pro7 & Co. wären nicht die einzigen Verlierer.

Auch der zuletzt aufstrebende Sender 3+ von Dominik Kaiser hätte dramatische Rückgänge, würde das aktuelle System gelten. Ebenso die meisten regionalen TV-Sender.

Die Rede ist von Verlusten bis zu 50 Prozent, vor allem bei TV-Stationen mit kleinem Sendegebiet. «Die neue Messmethode kann schlicht und einfach nicht stimmen, die Zahlen werden wohl nie offiziell publiziert werden können», zitiert «Der Sonntag» einen Branchenkenner.

Anzeige

Beim Schweizer Fernsehen SRF wiederum wird man nicht müde zu betonen, man gehe davon aus, dass die neuen Daten korrekt erhoben worden seien. Kein Wunder: Gemäss Insidern würde das SRF im Vergleich zur alten Messtechnik zulegen.

(chb)