Stress ist modern: Ökonomen stressen nicht mehr nur Banken, sondern mittlerweile ganze Staaten und merken dabei nicht, dass sie, die ihre Arbeit gut und besser machen wollen, vielleicht selber längst gestresst sind.

Auf den Menschen zurückbesonnen hat sich auch das 22. SKO-LeaderCircle zum Thema «Atemlos wie Sie den steigenden Zeit- und Erfolgsdruck meistern». Zur Debatte unter der Leitung von Pascal Ihle, stellvertretender Chefredaktor der «Handelszeitung», hatten sich ausgewiesene Fachleute eingefunden: Gudela Grote, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der ETH Zürich, Barbara Hochstrasser, Chefärztin der Privatklinik Meiringen, Marc Jäggi, Chef Moderation bei Radio 1, und Günter H. Pfeiffer, früherer Leiter Personal bei der Swisscom.

Hochstrasser mahnte, dass bei Stress eine individuelle Komponente mitspiele und also kein Allerweltsheilmittel verfügbar sei. Auf die Diskrepanz im geschäftlichen Alltag wies Grote hin: «In Krisen spart man zuerst bei den Arbeitskräften. Aber genau die Firmen, die in die Angestellten investieren, haben längerfristig mehr Erfolg.» Jäggi verlangte ein faires Feedback von jedem Chef. Aber Pfeiffer gestand ein, dass diese Aufgabe einem Vorgesetzten viel abverlange, denn die Grenze zwischen Verantwortlichkeit des Chefs und Eingriff in den Privatbereich des Untergebenen sei nur schwer zu ziehen. «Fingerspitzengefühl» war der gemeinsame Nenner damit sich Stress nicht vom Angestellten auf Kollegen und von diesen auf den Geschäftsleiter übertrage und eine ganze Firma ausbrenne.

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