Drei Frauen und vier Männer – drei Romands und vier Deutschschweizer – werden künftig über den Strommarkt in der Schweiz wachen. Die Industrie, jene Branche, deren Wohlergehen unter anderem von einem wettbewerbsfähigen Strompreis abhängt, ist mit der Wahl des Bundesrats zufrieden. «Mit Werner Geiger wurde ein unabhängiger Marktexperte und Kenner unserer Anliegen in die Elcom gewählt», sagt Walter Müller, Strommarktexperte beim Industrieverband Swissmem. Auch Hans Schweickardt, CEO der Westschweizer EOS und Präsident von Swisselectric, dem Verband der Schweizer Überlandwerke, wertet die Wahl positiv: «Dass drei Romands im Gremium sitzen, ist gut», sagt er. Auch Elcom-Präsident Carlo Schmid stellt er ein gutes Zeugnis aus: «Er hat als CVP-Ständerat ein tragfähiges Stromversorgungsgesetz mitgeschaffen, obwohl er dabei unter anderem gegenüber der EU vorpreschte und das Netzeigentum in eine nationale Gesellschaft überführt haben will.»


Alle Interessen sind vertreten

Der Bundesrat hat vergangene Woche bekannt gegeben, dass der ehemalige Appenzeller Ständerat Carlo Schmid das Präsidium der Elcom übernehmen wird. Schmid war Präsident der ständerätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung, Energie und Kommunikation (Uvek).

Als Vizepräsidenten wählte der Bundesrat den 63-jährigen Hans Jörg Schötzau in die siebenköpfige Elcom. Das ehemalige Konzernleitungsmitglied des Stromunternehmens Axpo ging Ende Januar 2007 in Pension. Vizepräsidentin wird die 44-jährige Brigitta Kratz Bühler. Als Rechtsanwältin beschäftigt sie sich regelmässig mit Rechtsfragen zum Elektrizitätsmarkt.

Weiter sind in die Kommission gewählt worden: Werner Geiger, Inhaber des Beratungsunternehmens Enerprice in Ebikon LU, sowie die drei Westschweizer Vertreterinnen und Vertreter Anne Christine dArcy, Professorin für Accounting an der Universität Lausanne, Aline Clerc, Expertin beim Konsumentenschutz in der Romandie, und Matthias Finger, Professor am Lehrstuhl für Management von Netzwerkindustrien an der ETH Lausanne.

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Die Elcom wird so bald als möglich ihre Arbeit aufnehmen, das heisst: Die Netznutzungsentgelte und Elektrizitätstarife überprüfen und gegebenenfalls Preissenkungen durchsetzen. Ab 2008 wird der Strommarkt liberalisiert.