Etwa ab dem Jahr 2020 steht in der Schweiz die stufenweise Stilllegung von Kernkraft-Produktionskapazitäten an. Dieser abnehmenden Produktionskapazität steht eine erwartete Zunahme des Stromverbrauchs gegenüber. Auf Grund dieser beiden gegenläufigen Entwicklungen droht der Schweiz gemäss Johann Veit, Partner der Roland Berger AG, ab zirka 2020 eine Versorgungslücke durch inländische Produktion. Um dieser für die schweizerische Eigenversorgung nachteiligen Entwicklung vorzubeugen, müssen aus seiner Sicht frühzeitig Gegenmassnahmen ergriffen werden.

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Hierzu sind fünf wesentliche und sich allenfalls ergänzende Handlungsoptionen denkbar:

- Der Ersatz/Neubau von Kernkraftkapazitäten stellt seit dem Referendum zum Kernenergiegesetz (KEG) eine realistische Option dar. Diese bleibt auf Grund des in der Bevölkerung nach wie vor sehr stark empfundenen Sicherheitsrisikos für Kernkraftanlagen und der Entsorgungsproblematik von radioaktiven Abfällen jedoch weiterhin schwierig umzusetzen.

- Für den Ausbau/Neubau von Wasserkraftwerken bietet die Schweiz auf Grund der klimatischen und topographischen Verhältnisse besonders günstige Voraussetzungen.

- Andere Kraftwerkstypen wie z.B. Gaskombi-Kraftwerke sind ebenfalls eine Option zur Ergänzung der nationalen Produktion.

- Die regenerativen Technologien Photovoltaik und Windenergie sind in der Schweiz kaum im grösseren Umfang einzusetzen. Dies vor allem wegen der wenig geeigneten geographischen Verhältnisse.

Zur langfristigen und wirtschaftlichen Deckung des hiesigen Strombedarfs scheinen auf Grund der heute bestehenden technologischen Situation in der Stromproduktion die Möglichkeiten für die Schweiz nach wie vor begrenzt zu sein. Wie auch immer die Präferenzen für die eine oder andere Technologie ausfallen mögen: Für die Einleitung von Massnahmen zur langfristigen Sicherung der Stromproduktion besteht dringender Handlungsbedarf.