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Stromversorgung: Kostspielige Energiewende

Nahaufnahme von verschiedenen Lichtquellen

Der Verband Schweizer Elektrizitätswerke hat eine Studie zur Stromzukunft präsentiert. Diese rechnet mit sehr hohen Investitionen für den Ersatz.

Von Oskar E. Aeberli
am 12.11.2012

Nach dem Entscheid des Bundesrates, bis 2035 aus der Atomenergie auszusteigen, sehen sich die Politiker von Bund und Kantonen genauso wie die grossen Wirtschaftsverbände vor echten Herausforderungen. Denn in der Energiepolitik besteht Handlungsbedarf, und dies je schneller, je besser. Zuvor sind jedoch die zu beschreitenden Wege zur Zielerreichung detailliert zu formulieren und dann konsequent zu beschreiten.

Nach dem Bundesamt für Energie (BFE) hat jetzt auch der Verband Schweizer Elektrizitätswerke (VSE) agiert und diese Woche eine neue Studie zur Stromzukunft präsentiert. Auch die Stromer fragen sich: Wie weiter bis 2050? Mit der neuen Studie «Wege in die neue Stromzukunft » will der Verband seinen Beitrag zur Gestaltung der künftigen Stromversorgung der Schweiz leisten. Für Michael Frank, Direktor VSE, steht dabei fest, dass die Nachfrage nach Strom in Zukunft weiter steigen wird. Ausgehend von dieser Tatsache stellen sich einige relevante Fragen: Wie lässt sich die Nachfrage wirksam beeinflussen? Welchen Beitrag können die erneuerbaren Energien leisten? Wie lässt sich der Ausbau der Netze sicherstellen und finanzieren?

In einem Punkt ist sich die Strombranche durchwegs einig: Der Weg in die neue Stromzukunft wird kein Spaziergang. Das zeigt die Studie mit drei Szenarien klar auf, wobei bei allen dreien der Zubau an erneuerbaren Energien ab 2035 überwiegt. Bei der Photovoltaik stellt die Wirtschaftlichkeit aus der Sicht der Stromer die grösste Hürde dar. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich die VSE-Studie von jener des BFE in vielen Bereichen nur geringfügig unterscheidet.

Für den Verband ist allerdings klar, dass der Weg in die neue Stromzukunft sehr kostspielig sein wird. Die Studie rechnet mit einem Investitionsbedarf von 118 (Szenario 1) bis 150 (Szenario 3) Milliarden Franken. Dies resultiert aus folgenden vier Herausforderungen: Erstens Ausbau und Verstärkung aller Netze, zweitens Zubau an neuer Produktion, drittens Erhaltung und Erneuerung bestehender Netze sowie viertens dasselbe bei den bestehenden Produktionsstätten.

Bis zum Jahr 2035 beträgt der Investitionsbedarf bei allen drei Szenarien rund 70 Milliarden Franken, davon allein 50 Prozent für den Netzerhalt. Grosse Unterschiede ergeben sich in den verschiedenen Szenarien bei den zu tätigenden Investitionen im Zeitraum von 2035 bis 2050 wegen der Einschätzung des unterschiedlichen Zubaus an erneuerbaren Energien und den Netzen. Während der VSE je nach Szenario mit 55 bis 80 Milliarden Franken rechnet, nennt die BFEStudie dafür 45 Milliarden Franken. Fakt ist bei allen Studien: Zur Kasse gebeten wird der Stromkonsument.

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