Vieles beeinträchtigt die Aktienmärkte im 1. Quartal des Jahres 2008: Die hohen Rohstoffkurse, die anhaltenden Turbulenzen an den Kreditmärkten, die Ungewissheit wegen einer möglichen Rezession in den USA sowie deren Auswirkungen auf Europa und Asien. Dazu kommt die Unsicherheit über die weitere Zinspolitik der Notenbanken in den Vereinigten Staaten und Europa – Fed und EZB. Schon plagt die Angst vor einer Inflation oder gar Stagflation die Anleger. Wie nervös die Aktienmärkte zurzeit sind, zeigen die grossen Kursrückschläge, mit denen der Markt jede negative Nachricht sofort quittiert. Ein Spiegel dieser Nervosität ist auch das momentane Niveau des VIX Index: Der VIX Index, entwickelt von der Chicagoer Börse, ist ein Volatilitätsindex und misst die einmonatige, implizite Volatilität des S&P Index in den USA. Wer genau hinsieht, erkennt, dass das allgemeine Volatilitätsniveau seit Beginn der Kreditkrise im Herbst 2007 nicht mehr unter 20% gefallen ist. Kurz: Ein mittleres Volatilitätsregime hat ein tiefes abgelöst. Unter so schwierigen Bedingungen steigt die Nachfrage nach strukturierten Produkten oder nach Strukturen, die von der hohen Volatilität profitieren. Zurzeit sind Bonus-Zertifikate oder Barrier Reverse Convertibles sinnvoll, denn der Investor kann bei diesen Produkten Volatilität auf hohem Niveau verkaufen. Allerdings haben sich viele Privatanleger in den letzten sechs Monaten die Finger an solchen Produkten verbrannt; jetzt scheuen sie das Risiko, erneut in solche Produkte zu investieren. Wesentlich populärer sind deshalb momentan Anlagen mit Kapitalschutz, wobei es bei den allgemein sinkenden Zinsen immer schwieriger wird, sinnvolle Produkte zu konstruieren.

Growth- und Income-Produkte

Allgemein kann bei Anlagen mit Kapitalschutz zwischen Growth- und Income-Produkten unterschieden werden. Der Unterschied: Growth-Produkte haben unlimitiertes und Income-Produkte limitiertes Ertragspotenzial. Heute haben viele Growth-Produkte sogenannte Lookback-Optionen. Bei Lookback-Optionen legt der Emittent den Ausübungspreis nicht wie bei Plain-Vanilla-Optionen am ersten Handelstag, sondern während einer vorgegebenen Periode fest. Bei Call (Put)- Lookback-Optionen wird in dieser Periode der tiefste (höchste) Schlusskurs des Basiswertes fixiert. Es gilt: Je höher das Volatilitätsniveau, desto höher der Preis. Schliesslich kann der Anleger von grossen Schwankungen profitieren. Trotz des Preises ist das Produkt sehr beliebt, weil dem Investor die Sorge um den besten Investitionszeitpunkt, das sogenannte Market Timing, abgenommen wird.

Income-Produkte mit Kapitalschutz sind häufig mit einem Minimumcoupon ausgestattet, der in jedem Fall jedes Jahr ausbezahlt wird. Meist ist der Basiswert ein gut diversifizierter Korb mit 20 Aktien aus aller Welt. Jedes Jahr wird die Performance jeder einzelnen Aktie mit ihrem Anfangswert berechnet. Ist die Performance positiv, wird sie durch ihren Replacement-Coupon ersetzt. Wie der Coupon gestaltet ist, hängt von der Währung, dem Minimumcoupon und der Korrelation des gesamten Korbes ab.

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Mini-Coupon auf sicher

Ist die Performance dagegen negativ, fliesst sie in die Berechnung mit ein. Am Schluss wird ein arithmetischer Durchschnitt der 20 berechneten Renditen ermittelt. Liegt der arithmetische Durchschnitt über dem Minimumcoupon, wird Ersterer ausbezahlt, sonst gibt es für dieses Jahr den Gegenwert des Minimumcoupons. So verfährt der Emittent jedes Jahr und zahlt am Ende der Laufzeit 100% des Nominalwertes zurück. Der Anleger erhält nur dann mehr als den Minimumcoupon, wenn die Aktienmärkte positive Renditen abwerfen.