ETH JUNIORS. Die ETH juniors feiern in diesem Jahr den 10. Geburtstag. Am 26. November soll mit einem Galadiner ein grosses Fest starten. Mit dabei Ehemalige, Mitglieder des Advisory Boards sowie die kürzlich gegründeten ETH seniors. Die Idee einer Junior Entreprise bestand 1997 darin, den Unternehmen den Zugang zu Studierenden und umgekehrt zu ermöglichen und damit eine Brücke zwischen Wirtschaft und Hochschule zu schlagen. Der Umsatz im vergangenen Jahr betrug rund 740000 Fr. Damit ist ETH Juniors in der Schweiz die erfolgreichste Junior Entreprise. Unter den 200 europäischen Junior Entreprises gehört sie zu den Top 5.

Von wegen «das sind doch alles Theoretiker»! Allein schon die Zusammensetzung mit Studenten verschiedener Fachrichtungen bündelt Erfahrungen, die das schlagkräftige Team von derzeit zehn Personen befähigen, Projekte zu übernehmen, für die häufig, aber nicht ausschliesslich technische Lösungen gefunden werden müssen. Am gefragtesten sind Lösungen in Logistik und Prozessoptimierung, Marketing, IT, Innovation und Produkteentwicklung. Es sind immer zwei Mitglieder von ETH juniors, die das Projektteam leiten und die Verantwortung für eine massgeschneiderte Lösung übernehmen. Den operativen Teil übernimmt ein Student, der von ETH juniors angestellt wird. Unter den 30 Projekten des Jahres 2006 war beispielsweise das eines grossen Verlagshauses, das für einen neuen Webauftritt zunächst einen Vergleich von Webseiten führender europäischer Medienunternehmer durchführen liess. Eine Mitarbeiterin von ETH juniors hat 48 Homepages miteinander verglichen und zuletzt die besten Features vorgestellt. Zu den Auftraggebern zählt auch die Swisscom, die für eine Netzwerkumstellung auf das System von Swisscom Fixnet ein Netzwerk Audit durchführen liess. Ein weiteres Beispiel: Die Schweizer Familienversicherung CSS expandierte nach Deutschland und hat dort eine Zweigstelle eröffnet. ETH juniors war dafür verantwortlich, dass die IT-Infrastruktur läuft. Die grosse Herausforderung war, die Zweigstelle in das interne CSS-Netz einzuhängen und dabei trotzdem unabhängig mit E-mail- und Webauftritt zu sein. Begehrt sind die Erfahrungen der ETH juniors auch bei IBM Schweiz, Zürich Versicherung, SBB, Rega, aber auch bei vielen KMU.Als «go-between» zwischen Wirtschaft und Studierenden liegt es auf der Hand, dass ETH juniors auch die beiden grössten Hochschulmarketing-Anlässe, Polycocktail und Polyinterview, durchführt. Der Polycocktail findet jeweils im Juni an einem Nachmittag im Casino Lake Side in Zürich statt. Ziel des Events ist es, Studierenden der ETH zukünftige Tätigkeitsfelder und interessante Einsatzgebiete im Berufsleben aufzuzeigen. In drei Gesprächsrunden haben Firmen die Möglichkeit, mit jeweils acht bis zehn ausgewählten Studierenden höheren Semesters und Absolventen sämtlicher Studienrichtungen der ETH und Universität Zürich in Kontakt zu treten und sich vorzustellen. Die grosse Herbstveranstaltung Polyinterview bietet Firmen die Möglichkeit zu zahlreichen Interviews mit Studierenden und Absolventen von führenden Hochschulen der Schweiz. Den Firmen steht dazu eine Online-Datenbank mit über 600 Lebensläufen von Studierenden höherer Semester, Absolventen und Doktoranden der ETH Zürich, der Universität Zürich und der Hochschule St. Gallen zur Einsicht zur Verfügung. Die interessierten Unternehmen können genau diejenigen Studierenden auswählen, die ihrem Anforderungsprofil entsprechen. Umgekehrt haben Studierende Einsicht in die verschiedenen Firmenprofile und können sich bewerben. ETH juniors bietet den Firmen auch die Chance, im Vorfeld des Polyinterviews eine Firmenpräsentation an der ETH durchzuführen.

Nächster Polycareer-Event

Adrian Kyburz ist Projektleiter

und verantwortlich Firmenkontakte der ETH juniors.

Was tut ETH juniors konkret?

Adrian Kyburz:

ETH juniors ist Outsourcing, Projektmanagement, Recruiting-Station und Event Marketing. Wir schaffen Brücken zwischen Theorie und Praxis, zwischen Hochschule und Berufsalltag.

Wie kommen Sie zu Aufträgen?

Kyburz: Einerseits akquirieren wir per Telefon und kontaktieren Firmen, von denen wir glauben, dass sie vom Profil her zu uns passen. Inzwischen kommen auch vermehrt Firmen über unsere Homepage zu uns. Und es kommt immer wieder zu Folgeprojekten.

Worin besteht der Vorteil gegenüber anderen Beratungsfirmen?

Kyburz: Einerseits in unserer Erfahrung, die auf einem sehr guten Team und aktuellstem Hochschulwissen basiert. Wir sind für internationale Konzerne wie auch KMU da, für die kurzfristig die Kapazitäten oder das notwendige Wissen fehlen.

ETH juniors ist ein Gruppenbild mit nur einer Dame.

Kyburz: Stimmt. Wir würden uns über mehr Frauen im Team freuen. Andrea Peter ist Mathematikerin, Projektleiterin und Vizepräsidentin und bereits seit Mai 2006 dabei.

ETH juniors ist weder juristisch noch finanziell abhängig von der ETH. Das Finanzielle ist wohl kaum der Grund für Ihr grosses Engagement?

Kyburz: Es geht uns nicht um die Bezahlung. Die Kontakte, die wir zur Wirtschaft knüpfen, können in der Zukunft sehr bedeutend für uns sein. Es ist die Erfahrung, die reich macht, die beruflichen und freundschaftlichen Kontakte zu dem heterogen gemischten Team. Ich denke, es gibt keine direktere und bessere Möglichkeit, als Student Wirtschaftsluft zu schnuppern, Projekte zu leiten und Verantwortung zu übernehmen. Für alle ist es eine Win-Win-Situation.

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