Showdown am Finanzplatz Schweiz: Nächste Woche legen die UBS und die Credit Suisse (CS) Rechenschaft über ihre Geschäfte ab. Auch die Ergebnisse kleinerer Banken werden die Woche prägen.

Mit den Jahreszahlen der beiden Grossbanken wird auch klar werden, wie sich die Anpassungen der Geschäftsmodelle auf die Kennzahlen auswirken. Die UBS hat letztes Jahr eine Reduktion der laufenden Kosten um 25 Prozent angekündigt. Zudem reagiert die Grossbank auf die Probleme in ihrer Investmentbank und postitioniert diesen Teil des Unternehmens als Dienstleister des zukunftsträchtigeren Vermögensverwaltungsgeschäfts.

Doch der Umbau kostet auch: Für die Sparmassnahmen, Entlassungen und Umstrukturierungen innerhalb der Bank mussten Rückstellungen gebildet werden. Hinzu kommt die Belastung durch die Einigung mit den Behörden auf eine Libor-Busse in Höhe von 1,4 Milliarden Franken. Insgesamt belaufen sich die Rückstellungen auf 2,1 Millliarden Franken. Die UBS erwarted deshalb im vierten Quartal 2012 einem Reinverlust von 2 bis 2,5 Milliarden. Für das Gesamtjahr dürfte das auf ein Minus von 2,9 bis 3,4 Milliarden hinauslaufen.

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In diesem Zusammenhang darf man auch gespannt sein, mit welchen Belastungen die UBS noch durch Klagen von ziviler Seite rechnet. Hier – wie auch im Zusammenhang mit den offiziellen Libor-Untersuchungen – konnte die Bank Ende des dritten Quartals keine Schätzung über die tatsächlichen Verbindlichkeiten abgeben.

Credit Suisse wohl mit besseren Zahlen

Diese Belastungen bei der UBS dürften dazu führen, dass die Credit Suisse heuer auf den ersten Blick besser dasteht. Immerhin kann dort mit einem Gewinn von rund 1,4 Milliarden für das Gesamtjahr gerechnet werden. Im Fokus steht bei der CS dann auch nicht der Gewinn, sondern die Kapitalquoten. In diesem Bereich hat die UBS – auch dank dem Druck der Finma – bereits grosse Fortschritte gemacht.

Mit dem Rückbau in der kapitalintensiven Investmentbank wird die UBS auch die Verzinsung des eingesetzten Kapitals verbessern können. Das sorgt für einen langfristig stabilen Ausblick. So schätzt auch der Anlagechef der Basler Kantonalbank, Alfred Ritter, das Kurspotential mittelfristig auf 20 Franken ein. Derzeit steht die Aktie knapp unter 16 Franken. Bevor die Unsicherheiten im Umfeld des Jahresergebnisses gegessen sind, rät er allerdings nicht zum Kauf.