Mit hinterfragender Eloquenz führte im Renaissance Hotel Herbert Fromme, Versicherungskorrespondent für die «Financial Times Deutschland», die rund 80 Teilnehmer durch den von Euroforum Schweiz organisierten Event und entlockte den Referenten im Kreuzverhör teils brisante Erkenntnisse. Key Player im Markt wie die Münchener Rück mit CEO Nikolaus von Bomhard, Allianz SE mit Industrie-Vorstand Clement B. Booth, Aon Rück mit Hans-Werner Rhein, Axis Re Europe mit CEO Karl Mayr, und XL Re Europe mit CEO David J. Watson waren mit von der Partie, ebenso wie die Ratingagentur Fitch mit Greg Carter, der Stahlmagnat und Industriekunde ArcelorMittal, vertreten durch Risk Manager Edwin V. Meyer und Oliver Wyman mit Partner Alexander Quack-Grobecker. Die Erkenntnisse der Veranstaltung: Die Branche wird sich in Commodity-Deckungen und beratungsintensive Produkte spalten, Makler werden dank Risikomodellierung zum Langfrist-Partner des Zedentenmanagements, aufsichtsrechtliche Anforderungen überborden, was kleinere Gesellschaften fordert. «Subprime» zeigt ausser bei Para-Banken wie AIG wenig Assekuranz-Auswirkungen, und die D&O-Marktschäden bleiben unter 3 Mrd Dollar. Underwriter erkennen den zyklischen Abschwung, CEOs negieren ihn noch, die Börse eskomptiert ihn als (noch) niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis. Bessere Management-Informations-Systeme und die Bereitschaft, Marktanteile aufzugeben, führen diesmal zu einem kürzeren und flacheren Zyklus. Die sonst eher gemächlichen und auf nicht nachhaltige 20% Eigenkapital-Rendite hoffenden Interessenten werden sich weiter an härtere Marktbedingungen gewöhnen müssen.

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