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Entschädigung
Südafrikaner fordern Geld von Zuger BASF-Ableger

BASF: Eine Zuger Tochter des Konzerns steht in der Kritik. Keystone

In Südafrika starben vor vier Jahren Dutzende Minenarbeiter in einer Konfrontation mit der Polizei. Am Massaker trägt nach Ansicht einer südafrikanischen Delegation eine Zuger BASF-Tochter Mitschuld.

Veröffentlicht am 26.04.2016

Fast vier Jahre nach dem Minenarbeiter-Massaker in Marikana (Südafrika) mit 34 Toten ist eine südafrikanische Delegation zum Sitz der Firma BASF Metals GmbH in Zug gereist, um Forderungen nach Entschädigungen vorzubringen. Mehrere schweizerische Organisationen solidarisierten sich.

Von der Tochtergesellschaft des deutschen Chemiekonzerns BASF wird verlangt, dass sie auf der gesamten Lieferkette soziale und ökologische Verantwortung übernimmt. Der Delegation aus Südafrika gehörten Bischof Jo Seoka sowie zwei Witwen von ermordeten Minenarbeitern an, wie die Partei Alternative - die Grünen Zug (ALG) in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

Annahme verweigert

Am Firmensitz der BASF Metals sollte ein Memorandum übergeben werden, welches die Beteiligung des Konzerns an Entschädigungszahlungen an die Opfer des Massakers in Marikana von 2012 fordert. Die Firma sei aber nicht bereit gewesen, das Memorandum direkt entgegenzunehmen, heisst es in der ALG-Mitteilung.

Mitte August 2012 hatte die südafrikanische Polizei 34 Minenarbeiter erschossen, die für existenzsichernde Löhne gestreikt hatten. Eine staatliche Untersuchungskommission in Südafrika hatte der Minenbetreiberin Lonmin eine Mitschuld am Massaker zugeschrieben, weil sie zur Eskalation des Konflikts beigetragen habe.

Teil der Lieferkette

Ein bedeutender Teil des in der Marikana-Mine gewonnenen Platins wird über die Firma BASF Metals in Zug gehandelt, wie die ALG schreiben. BASF habe sich in einem «Code of Conduct» zur umfassenden Lieferkettenverantwortung verpflichtet. Damit werde zugesichert, dass auch die Lieferbetriebe menschen- und arbeitsrechtliche Standards einhalten.

Entschädigungszahlungen an die Opfer des Massakers von 2012 und an die Hinterbliebenen der Getöteten seien bis heute keine erbracht worden, heisst es in der Mitteilung. Die Witwe eines beim Streiks erschossenen Minenarbeiters wird mit folgenden Worten zitiert: «Unsere Kinder haben nichts zu essen. Nach fast vier Jahren ohne jede Unterstützung, seit unsere Ehemänner ermordet wurden, sind wir dringend auf Entschädigungszahlungen angewiesen.»

Unterstützung aus der Schweiz

Unterstützt wird die Delegation aus Südafrika durch die Partei Alternative - die Grünen Zug, KEESA (Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im Südlichen Afrika), die Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer und die Organisation Solifonds. Das Thema der Unternehmensverantwortung wird auch im Nationalrat und im Zuger Kantonsrat thematisiert. Die grüne Nationalrätin Regula Rytz und der Zuger ALG-Kantonsrat Andreas Lustenberger werden parlamentarische Vorstösse einreichen.

(sda/mbü)

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