Die Zentralbanker der südkoreanischen Zentralbank (BOK) stehen wegen einer möglichen Zinserhöhung der USA und damit einhergehend grösserer Verschuldung des asiatischen Schwellenlandes Gewehr bei Fuss. Mit Argusaugen überwachen sie den Kapitalfluss und sind nun auf ungewöhnliche Aktivitäten im Derivathandel aufmerksam geworden, berichtet die Zeitung «The Korea Times».

Die Zentralbanker haben demnach bemerkt, dass zwar die Transaktionen für Derivate (Futures, Optionen) im lokalen Finanzmarkt seit letztem Jahr beständig sanken. Doch im Gegensatz zu diesem Trend erhöhten die vier Grossbanken Credit Suisse, Deutsche Bank, JP Morgan Chase und BNP Paribas ihren Derivatehandel in den Zweigstellen der Hauptstadt Seoul massiv, schreibt das Blatt. Darin sehen die Finanzaufseher offenbar ungeklärte Fragen, denen sie nun nachgehen.

Volatilität vorbeugen

Die Notenbanker haben für ihre Untersuchung dieser ungewöhnlichen Aktivitäten auch die nationale Finanzaufsicht Financial Supervisory Service (FSS) beigezogen. BOK und FSS ermitteln seit zwei Wochen, sagte eine Sprecherin der Zentralbank. Ebenso bestätigten Credit Suisse und BNP Paribas gegenüber «The Korea Times» die Untersuchung.

Zu Beginn stand nur BNP Paribas im Fokus, dann kam JP Morgan Chase dazu. Schliesslich nahmen sich die Aufseher auch die Deutsche Bank und Credit Suisse vor. Den Zentralbankern geht es darum, die Volatilität möglichst zu minimieren.