LINDT & SPRÜNGLI . Ein Mitglied der Geschäftsleitung oder exekutives Verwaltungsratsmitglied von Lindt & Sprüngli hat am 3. Dezember 200 Titel der Namensaktien des Unternehmens im Betrag von 8,035 Mio Fr. gekauft. Das geht aus den Meldungen an die SWX Swiss Exchange hervor.

Pikant dabei: Am 21. September hatte ebenfalls ein Mitglied des Managements 200 Namensaktien-Titel im Wert von 8,508 Mio verkauft. So konnte der Top-Manager allein mit diesen zwei Transaktionen in kurzer Zeit wegen des Aktienverlaufs 473000 Fr. verdienen, sofern es sich beim Käufer und Verkäufer um dieselbe Person handelt – was angesichts der beinahe identischen Summe bei Verkauf und Kauf wahrscheinlich ist.

Handel nicht kommentiert

Ob hinter diesem geschickten Aktiendeal Ernst Tanner, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats von Lindt & Sprüngli steht, will die Medienstelle nicht bestätigen: «Zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren möchte sich Herr Tanner nicht äussern.» Auch andere Geschäftsleitungsmitglieder wollen die Management-Transaktionen nicht erklären.

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Sind solche Management- Transaktionen ein gutes Vorbild für Anleger? ZKB-Analyst Patrik Schwendimann warnt: «Wie ein Manager in Aktien seines Unternehmens investiert, ist ein interessanter Indikator, jedoch nicht immer zwingend richtig.»

Trotzdem hat das Lindt-Management mit dem Handel sein Geld gut angelegt. Denn die Aktie hat innerhalb eines Jahres um rund 35% zugelegt und Mitte November einen Peak erreicht. Für eine Namensaktie muss ein Kleinanleger allerdings einen happigen Preis bezahlen: Am Dienstagmittag kostete sie 40200 Fr. Ein Partizipationsschein ist rund zehnmal weniger wert, nämlich 3900 Fr. Allerdings erhält der Aktionär eines Partiziationsscheines weder ein Stimmrecht noch den beliebten Schokoladenkoffer von Lindt.

Auch ZKB-Analyst Schwendimann fallen die vielen Aktienverkäufe der Mitglieder der Geschäftsleitung oder des exekutiven Verwaltungsratsmitgliedes auf: «Die vielen Management-Transaktionen bei Lindt in den letzten Monaten sind mehr als üblich.» Allein im November hat das Lindt-Management Partizipationsscheine für über 18 Mio Fr. verkauft. Im Oktober wurden PS-Scheine und Namensaktien im Wert von rund 12,2 Mio Fr und im September von rund 14,4 Mio Fr. abgestossen.

Godiva könnte Aktie beflügeln

Entscheidend für den künftigen Aktienkurs wird der Kauf oder Nichtkauf der belgischen Schokolademarke Godiva sein. Ein Kauf von Godiva würde wohl zuerst die Aktien von Lindt verwässern, aber die noch schwache Präsenz von Lindt in Asien verbessern und damit grosses Wachstumspotenzial eröffnen. Der Kaufpreis von Godiva ist happig. Eine Übernahme würde rund 1,2 bis 1,8 Mrd Fr. kosten. Lindt könnte sich dank schuldenfreier Bilanz den Kauf leisten.