Die Aktien des Industriekonzerns Sulzer sind am Montag klar fester in die neue Börsenwoche gestartet. Die Papiere werden nach Vorlage eines Pflichtangebots des russischen Milliardärs und Mehrheitsaktionärs Viktor Vekselberg auch mit der Hoffnung auf Aktienrückkäufe höher gestellt.

Die Investmentgruppe Renova des russischen Milliardärs Vekselberg hat ihren Anteil auf über ein Drittel erhöht. Damit muss sie ein Pflichtangebot an alle Sulzer-Aktionäre lancieren. Das gefällt den Anlegern: Bis um 09.50 Uhr gewinnen Sulzer bei regem Handel 3,8 Prozent auf 103 Franken. Damit ist der Kurs deutlich über den vom russischen Investor gebotenen, gesetzlichen Mindestpreis von 99,20 Franken geklettert. Der Gesamtmarkt (SPI) tendiert derweil um 0,26 Prozent höher.

Pflichtangebot rechtlich zwingend

Renova bremst allerdings: Die Aktienmehrheit solle in den Händen von unabhängigen Aktionären bleiben, heisst es. Sie habe keine Absichten, Sulzer zu privatisieren, teilte die Anlagegesellschaft mit. Die Offerte sei so ausgestaltet, «dass die bisherigen Mehrheitsverhältnisse nicht erheblich in Frage gestellt werden».

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Der Investor ist seit 2007 mit rund 33,2 Prozent an Sulzer beteiligt. Zuletzt hat ihre Tochterfirma Tiwel Holding die Beteiligungsgrenze von 33,33 Prozent überschritten, wodurch ein Pflichtangebot an alle Sulzer-Aktionäre rechtlich zwingend geworden ist. Laut Sulzer-Mitteilung meldete Tiwel am Freitag einen Anteil von 33,36 Prozent.

Renova betont langfristiges Engagement

Mit dem Pflichtangebot an alle Aktionäre bekenne sich Renova zu ihrem langfristigen Engagement bei Sulzer und zur aktuellen strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Renova unterstütze damit auch die im Februar von Sulzer kommunizierte Absicht, die Kapitalstruktur zu optimieren und überschüssige Liquidität an die Aktionäre zurückzuführen, hiess es weiter.

«Mit dem Pflichtangebot wollen wir die Zukunft und die erfolgreiche strategische Weiterentwicklung von Sulzer seitens Renova aktiv unterstützen», wird Renova-Chef Peter Löscher im Communiqué zitiert.

Sulzer hat vergangene Woche für das erste Halbjahr 2015 deutlich verschlechterte Geschäftszahlen publiziert. Unter dem Strich verdiente der Industriekonzern mit 26,8 Millionen Franken kaum noch halb so viel wie vor Jahresfrist, den Erlös aus dem Verkauf der Oberflächenbeschichtungssparte Metco im Vorjahr nicht eingerechnet.

(sda/me/chb)