Der Industriekonzern Sulzer plant nach Aussagen seines Chefs Klaus Stahlmann kein Zusammengehen mit dem Anlagenbauer OC Oerlikon. Es gebe keine derartigen Anweisungen von Grossaktionäre Viktor Vekselberg, sagte der Firmenlenker der Zeitung «Der Landbote».

«Ich habe keinen Anlass, irgendeine Sparte zum Verkauf zu stellen», sagte Stahlmann in einem publizierten Interview mit der in Winterthur erscheinenden Zeitung weiter. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, Sulzer und Oerlikon planten irgendeinen Deal. Es gehe von seiner Seite keinen Anlass zu solchen Gesprächen, sagte Stahlmann.

Auch ein Verkauf der Beschichtungstechnologie an Oerlikon stehe nicht zur Debatte. In seiner heutigen Zusammensetzung besteht der Konzern aus den vier Sparten Pumpen, chemische Trennkolonnen, Beschichtungstechnologie und Servicedienstleistungen. Für Sulzer arbeiten weltweit 17'000 Personen.

Zwei Mal Vekselberg im Hintergrund

Sulzer und OC Oerlikon werden beide von der Beteiligungsgesellschaft Renova dominiert, die dem russischen Financier Viktor Vekselberg gehört. Stahlmann, der im vergangenen Februar als neuer Sulzer-Chef vorgestellt wurde, hat Vekselberg nach eigenen Angaben seitdem nicht getroffen.

«Meine Ansprechpartner sind die zwei Verwaltungsräte von Renova», sagte 

Stahlmann. Die Zusammenarbeit im Aufsichtsgremium sei sehr gut. Für Sulzer sei es ein grosser Vorteil, dass Vekselberg in seiner Heimat Türen öffne: «Wir konnten unser Geschäft in Russland zuletzt extrem stark ausbauen», sagte der Konzernchef.

Sulzer ist seit der Finanzkrise durch mehrere Zukäufe gewachsen. Eine Grossakquisition in Russland, das für die Schweizer Industrie als wichtiger Wachstumsmarkt gilt, hat es bisher aber nicht gegeben.

Zukauf in den USA

Ebenfalls heute wurde bekannt, dass Sulzer die Karbon-Sparte von Thermoset in den USA übernimmt. Damit wächst das Winterthurer Unternehmen im Geschäft mit Karbonfaser-Reibbelägen für Getriebe in Nutzfahrzeugen.

Ausgewählte Anwendungen bestünden auch für Personenwagen, teilte Sulzer mit. Die Sparte von Thermoset mit Sitz im Bundesstaat Wisconsin hat 35 Mitarbeiter, die Sulzer weiterbeschäftigen will. Das Geschäft erzielte im vergangenen Jahr umgerechnet 16 Millionen Franken Umsatz.

Der Verkauf sei am 26. Dezember unter Dach und Fach gebracht und bereits abgeschlossen worden, teilte Sulzer weiter mit. Zum Preis gibt es keine Angaben. Der Neuzugang kommt unter das Dach der Sulzer-Sparte Metco für Oberflächenbearbeitungs- und Beschichtungstechnologien.

(vst/chb/sda)