Die Vereinbarung zur Übernahme der schwedischen Flow-Solutions-Sparte von Cardo sei mit dessen Mehrheitsaktionär Assa Abloy unterzeichnet worden, teilte Winterthurer Industriekonzern Sulzer am Morgen mit. Sulzer steigt damit in den Markt für Abwasserpumpen und zugehörige Ausrüstung ein.

Cardo Flow-Solutions ist ein Komplettanbieter von Pumpen und zugehöriger Ausrüstung vorwiegend für den Abwasserbereich und erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 463 Millionen Franken sowie einen Betriebsgewinn (EBITDA) von 67 Millionen Franken, wie Sulzer mitteilt. Der Übernahmepreis liegt bei 5,9 Milliarden Schwedische Kronen oder 858 Millionen Franken.

Mit der geplanten Übernahme werde Sulzer im "attraktiven Markt" für Abwasserpumpen aktiv und dabei eine starke Stellung einnehmen. Wasser und Abwasser werden mit rund 16% Umsatzanteil zu einem Schlüsselmarkt von Sulzer.

Die Übernahme soll ab 2012 einen positiven Einfluss auf den Gewinn je Aktie haben. Sie wird durch vorhande flüssige Mittel und "Debt Capacity" finanziert. Verwaltungsrat und die Konzernleitung von Sulzer hätten der Akquisition einstimmig befürwortet, heisst es weiter.

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Markt bewertet Übernahme als strategisch sinnvoll

Die Sulzer-Aktien stiegen im frühen Handel um 3,77 Prozent auf 148.50 Franken. Der Gesamtmarkt (SPI) notierte 0,44 Prozent im Plus.

Die Übernahmen ergebe aus industrieller Sicht Sinn, heisst es in einer Einschätzung der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Das Pumpensortiment von Sulzer werde so komplettiert und Cardo profitiere vom starken globalen Servicenetz von Sulzer. Der Kaufpreis scheine indes eher hoch und die Grössenordnung der Transaktion mit knapp 18 Prozent der Börsenkapitalisierung könnte die Sulzer-Aktie am Donnerstag leicht negativ beeinflussen. Dies wird durch den aktuellen Kursverlauf allerdings widerlegt.

Dass der Preis auf den ersten Blick hoch scheine, findet auch die Bank Vontobel. Der Kaufpreis könne problemlos mit Barmitteln und durch Neuverschuldung finanziert werden, heisst es in einem Kurzkommentar der Bank, welche sich "von dieser Transaktion in das strukturell attraktive Wassersegment überzeugt" zeigt. Das Wachstumsprofil von Sulzer werde gestärkt. Der Wassermarkt sei in einer Industrie mit attraktiven Wachstumsaussichten ein Bereich, in dem man vertreten sein müssen, heisst es bei Vontobel weiter. So lasse sich auch der hohe Preis erklären. Kurzfristig sei die Transaktion aus Bewertungssicht nicht attraktiv, mittel- bis langfristig könnte sie sich indes zu einem wichtigen Wachstumstreiber entwickeln.

Die Bank Wegelin bezeichnet den Einkauf als "geschickt". Er dürfte die Wachstumsquelle sprudeln lassen. Das neue Abwasserpumpengeschäft sei zudem weniger konjunktursensitiv als das bisherige Pumpengeschäft mit den Märkten Öl und Gas, weshalb konjunkturelle Zyklen besser überwunden werden dürften.

(rcv/cms/laf/sda/awp)