Der Industriekonzern Sulzer hat im ersten Quartal 2015 einen Rückgang des Bestellungseingangs um 3,4 Prozent auf 800,5 Millionen Franken verzeichnet. Bereinigt um Währungseffekte hätte sich ein Minus von 0,6 Prozent ergeben. Dabei habe ein Grossauftrag der Division Chemtech im Tower-Field-Service-Geschäft den Bestellungseingang positiv beeinflusst, teilt das Unternehmen mit. In den beiden Divisionen Pumpen und Rotating Equipment Services war der Bestellungseingang im Vorjahresvergleich rückläufig.

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Damit hat Sulzer die Erwartungen der Analysten gut getroffen. Der AWP-Konsens für den Bestellungseingang der Gruppe lag bei 796 Millionen Franken.

Divisionen entwickeln sich unterschiedlich

Den negativen Währungseffekt aufgrund des starken Frankens beziffert Sulzer auf 23,3 Millionen Franken oder 2,8 Prozent. Die Divisionen, die vergangenes Jahr neu formiert wurden, haben sich unterschiedlich entwickelt. Die grösste Division Pumps Equipment erlitt ein Minus bei den Bestellungen von 9,5 Prozent auf 406,2 Millionen Franken, bereinigt hätte hier ein Minus von 5,3 Prozent resultiert.

Der Bestellungseingang der neuen Sparte Rotating Equipment Services, die aus der ehemaligen Sparte Turbo Services und der Serviceabteilung des Pumpenbereichs gebildet wurde, verringerte sich um 8,1 Prozent auf 185,8 Millionen, bereinigt um minus 7,5 Prozent. Als Grund für die rückläufigen Zahlen in diesen Divisionen nennt Sulzer eine geringere Anzahl an Grossaufträgen.

Die Sparte Chemtech verzeichnete als einzige mehr Bestellungen als im Vorjahresquartal, nämlich plus 17,8 Prozent auf 210,8 Millionen Franken, bereinigt um plus 19,9 Prozent.

Vorsicht angebracht

Für das Gesamtjahr 2015 stellt Sulzer wie bereits im Februar einen Bestellungseingang auf währungsbereinigter Basis leicht unter dem Vorjahr in Aussicht. Im zweiten Quartal dürfte sich der Bestellungseingang ähnlich entwickeln wie im Vorjahresquartal. Aufgrund der gegenwärtigen Entwicklung des Ölpreises, wegen regionaler Konflikte und geopolitischen Entwicklungen blieben die Märkte indes volatil, was die Prognosefähigkeit weiter einschränke und Vorsicht erfordere.

In diesem Zusammenhang erwartet Sulzer, dass sich das Umsatz- und Rentabilitätsprofil für das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr stärker zum Jahresende verschiebt. Dies sei vor allem auf den Margendruck im Öl- und Gasmarkt sowie auf Währungseffekte des Schweizer Frankens zurückzuführen, was allerdings durch erste positive Auswirkungen des Sulzer «Full Potential»-Programms ausgeglichen werden soll.
Für Umsatz und Ebitda wird ebenfalls wie bereits im Februar kommuniziert ein Ergebnis auf währungsbereinigter Basis auf Vorjahresniveau erwartet.

(awp/dbe)