Sulzer hat im ersten Semester 2013 den Bestellungseingang gesteigert, den Umsatz aber nur knapp halten können. Der Gewinn brach gegenüber dem Vorjahr um über 20 Prozent ein, entsprechend war auch die Marge rückläufig.

Sulzer reagiert mit Massnahmen zur Senkung der Kosten und zur Steigerung des Umsatzes und richtet sich gleichzeitig neu auf lediglich noch drei Kernmärkte aus. Dazu wird der Verkauf der Oberflächentechnologie-Sparte Metco geprüft.

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Der Bestellungseingang erhöhte sich um 3,8 Prozent auf 2,10 Milliarden Franken. Akquisitions- und währungsbereinigt betrug das Plus 3 Prozent. Der Umsatz ging dagegen um 1,1 Prozent auf 1,90 Milliarden zurück (bereinigt -1,9 Prozent). Der Auftragsbestand lag Ende Juni mit 2,04 Milliarden Franken um 11 Prozent über dem Stand von Ende 2012.

Der Ebit fiel um 23,3 Prozent auf 148,2 Millionen Franken zurück und die Ebit-Marge auf 7,8 Prozent von 10 Prozent. Auch der Reingewinn schrumpfte um rund 23 Prozent auf 99,5 Millionen Franken zu, wie der Industriekonzern mitteilte.

Damit hat Sulzer die Prognosen der Analysten beim Bestellungseingang übertroffen, bei den Gewinnziffern dagegen klar verfehlt. Der AWP-Konsens für den Auftragseingang lag bei 2024 Millionen, für den Ebit bei 208 Millionen und für den Reingewinn bei 149 Millionen Franken.

Strategische Neuausrichtung

Das Betriebsergebnis und die Marge seien durch das geringere Geschäftsvolumen, die Unterauslastung von Produktionskapazitäten, Auswirkungen des veränderten Business-Mix, höheren Restrukturierungskosten sowie höheren Kosten für IT-Infrastruktur belastet gewesen.

Sulzer reagiert auf den Gewinnrückgang mit strategischen Schritten. So würden in Geschäftsbereichen und Regionen mit anhaltenden Schwächen gezielte Massnahmen umgesetzt, heisst es. Im zweiten Semester sollen die Massnahmen zur Kostenreduktion und Umsatzsteigerung fortgesetzt werden. Gleichzeitig soll der hohe Auftragsbestand «effizient» ausgeführt werden.

Ausserdem wurde beschlossen, die Aktivitäten des Unternehmens auf die drei Schlüsselmärkte Öl und Gas, Energie sowie Wasser auszurichten. Diese Märkte tragen zwei Drittel zum Umsatz bei und böten ein «attraktives Wachstumspotential». Dies dank den globalen Megatrends wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, steigende Energienachfrage und Wasserknappheit.

Möglicher Metco-Verkauf

In diesem Zusammenhang wird der Verkauf der Sparte Metco geprüft. Nach einem möglichen Verkauf dieser Sparte würden die drei Hauptmärkte knapp 80 Prozent des Umsatzes ausmachen, davon 48 Prozent Öl und Gas, 16 Prozent Energie und 15 Prozent der Wassermarkt. Eine allfällige Devestition würde zusätzliche Mittel für gezielte Akquisitionen und weitere Investitionen in organisches Wachstum in diesen Schlüsselmärkten freimachen, heisst es.

Das Betriebsergebnis von Metco wurde durch Restrukturierungskosten für eine Werkschliessung zur Optimierung des Standortnetzwerks belastet. Die Sparte erzielt die Hälfte des Umsatzes in der Automobil- und der Luftfahrtindustrie und rund einen Drittel in der allgemeinen Industrie. Damit liegt der Fokus der Division ausserhalb der drei Schlüsselmärkte von Sulzer.

Massnahmen in Division Pumpen

In der grössten Division Pumps wurde das Betriebsergebnis durch die tieferen Volumen und die geringere Kostenabsorption im Abwassergeschäft insbesondere in Südeuropa gedrückt. Um weitere Synergien zu nutzen, wurden die Geschäftsbereiche Abwasser- und Prozesspumpen im neu geschaffenen Geschäftsbereich Configured Solutions zusammengefasst. Zusätzlich wurden Massnahmen gestartet, um die Zahl der Produktionsstandorte zu reduzieren und die Effizienz des Verkaufs- und Servicenetzwerks zu steigern, wie es heisst.

Für das Gesamtjahr 2013 erwartet Sulzer weiterhin ein moderates Wachstum des Bestellungseingangs und des Umsatzes. Die Rentabilität dürfte dagegen gegenüber dem Vorjahr «leicht zurückgehen». In Teilen des Öl- und Gasmarktes sei für 2013 mit Wachstum zu rechnen und die Aktivitäten in den Märkten Energie, Wasser, Transport und allgemeine Industrie dürften sich auf einem ähnlichen Niveau bewegen, dies unter der Voraussetzung sich nicht wesentlich verändernder Wirtschaftsbedingungen.

Als Wachstumsmotoren sieht das Unternehmen weiterhin die Regionen Asien/Pazifik und Nordamerika. Im Rahmen der Neuausrichtung des Konzerns werden die Mittelfristziele überprüft.

(tno/awp)