In der Maschinenbau-Branche bahnt sich eine Milliarden-Fusion an. Der Schweizer Sulzer -Konzern verhandelt mit der amerikanischen Dresser-Rand über einen Zusammenschluss. Die Gespräche seien nicht exklusiv und es bestehe keine Garantie, dass es tatsächlich zu einem Abschluss komme, teilte Sulzer am Mittwoch als Reaktion auf einen Bericht der «Handelszeitung» mit. Möglicherweise kommt es zu einer Bieterschlacht. Insidern zufolge könnten Rivalen wie Siemens oder General Electric (GE) Konkurrenz-Angebote für Dresser-Rand ins Auge fassen.

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Öl- und Gasbranche wichtigste Kunden

Dresser-Rand und Sulzer zählen beide die Öl- und Gasbranche zu ihren wichtigsten Kunden. Während die Amerikaner Turbinen und Kompressoren herstellen, sind Pumpen das Hauptgeschäft des Unternehmens aus Winterthur. Die Konzerne sind gemessen am Umsatz ähnlich gross. An der Börse wird Dresser-Rand mit einer Marktkapitalisierung von 5,2 Milliarden Dollar etwas höher bewertet als Sulzer mit 4,5 Milliarden Dollar. Die Aktien von Dresser-Rand legten nach der Nachricht um sechs Prozent zu. Sulzer notierten 1,7 Prozent im Plus, bevor der Handel in Zusammenhang mit dem Zeitungsbericht ausgesetzt wurde.

Vekselberg am Drücker

Eine Fusion von Sulzer ist praktisch nur mit der Zustimmung des Grossaktionärs Viktor Vekselberg möglich. Der russische Oligarch hält rund ein Drittel an dem Konzern. Seine Beteiligungsgesellschaft Renova war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die grössten Eigner von Dresser-Rand sind US-Vermögensverwalter wie Janus Capital oder Blackrock.

Einem Insider zufolge verhandeln Sulzer und Dresser-Rand über einen Aktientausch. Sollte sich Siemens oder GE zu einem Bar-Angebot entschliessen, dürften die Aktionäre dies als attraktiver einstufen. Insidern zufolge hatte auch Siemens eine Übernahme des US-Turbinenbauers ins Auge gefasst, die Gespräche seien aber an den Preisvorstellungen gescheitert. Die kürzliche Übernahme der Energie-Geschäfts von Alstom könnte den Appetit von GE zügeln.

GE war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Siemens lehnte eine Stellungnahme ab.

(reuters/chb)