Der Industriekonzern Sulzer (Aktienkurs Sulzer) wird von der Frankenstärke zwar gebremst. Im ersten Halbjahr stieg der Reingewinn dennoch um 11,7 Prozent auf 124,8 Millionen Franken.

Der starke Franken habe zu deutlich negativen Umrechnungseffekten auf die absoluten Zahlen geführt. Die globale Präsenz sicherte das Unternehmen aber auf natürlichem Wege gegen materielle Auswirkungen auf die Rentabilität ab, wie Sulzer am Morgen mitteilte.

So nahm der Umsatz des Herstellers von Pumpen, Beschichtungen, Trennkolonnen und Turbomaschinen um 8,8 Prozent auf 1,60 Milliarden Franken zu. Ohne Währungseffekte und Akquisitionen sowie Devestitionen hätte das Plus 15,7 Prozent betragen. Im Schnitt hatten die Analysten etwas mehr Umsatz und Gewinn erwartet.

Sämtliche Divisionen trugen zum Wachstum bei. Neben den aufstrebenden Märkten entwickelten sich auch Nord- und Südamerika positiv, während der Bestellungseingang in Europa stagnierte.

Anhaltend stark blieb die Nachfrage der Auto- und der Luftfahrtindustrie. Der Öl- und Gasmarkt wuchs, während die Aktivitäten in der Kohlenwasserstoff verarbeitenden Industrie bescheiden blieben. Der Energieerzeugungsmarkt stabilisierte sich, jedoch kam es bei Nuklearprojekten wegen der Fukushima-Katastrophe zu Einbussen.

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Neue Sparte, neuer CEO

Mit der angekündigten Übernahme der schwedischen Cardo Flow Solutions für 463 Millionen Franken wird Sulzer auch zu einem führenden Anbieter von Wasser- und Abwasserpumpen. Die Transaktion soll im laufenden Quartal abgeschlossen werden. Zur Finanzierung hat Sulzer eine Obligationenanleihe über 500 Millionen Franken platziert. Für den ausscheidenden Konzernchef Ton Büchner konnte Sulzer noch keinen Nachfolger präsentieren.

Der Niederländer hatte im Juni mitgeteilt, er wechsle zum Beschichtungs- und Spezialchemiekonzern Akzo Nobel mit Sitz in Amsterdam. Er ist noch voraussichtlich bis zum vierten Quartal 2011 bei Sulzer tätig.

Für das Gesamtjahr erwartet Sulzer ein zweistelliges Wachstum von Umsatz und Betriebsgewinn, wobei Währungseffekte sowie Akquisitionen und Devestitionen ausgeklammert sind. Im zweiten Halbjahr werde der Aufschwung allerdings weniger ausgeprägt als im ersten Halbjahr sein. In den ersten sechs Monaten nahm der Bestellungseingang um 12,5 Prozent auf 1,82 Milliarden Franken zu.

(laf/cms/sda)