Angesichts der Wirren um die Mehrheitsaktionäre der Winterthurer Traditionsfirma ist das operative Geschäft von Sulzer in den letzten Monaten etwas in den Hintergrund gerückt. Dabei kann sich dieses durchaus sehen lassen: Der Industriekonzern profitiert von einem anhaltenden Aufwärtstrend in den für Sulzer relevanten Märk-ten (Pumpen, Oberflächentechnik, Turbomaschinen) und erreichte im 1. Quartal 2007 eine Steigerung der Bestellungseingänge gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr von 28,5%. «Die Angaben zum 1. Halbjahr sollten wiederum positiv ausfallen», ist Christoph Ladner, Analyst bei Kepler Equities, überzeugt. Da im 1. Quartal jedoch Grossaufträge verbucht wurden, könne das Wachstum nicht auf das gesamte Semester hochgerechnet werden. ZKB-Analyst Armin Rechberger erwartet dagegen vergleichbare Zahlen, wie er in seinem Anlagekommentar schreibt. Er begründet dies damit, dass die Sparten Pumps und Chemtech im 2. Quartal 2006 enttäuscht hätten.

Abflachen der Wachstumsraten

Einig sind sich die beiden Analysten darüber, dass im 2. Halbjahr mit einem Abflachen der hohen Wachstumsraten zu rechnen ist. «Sulzer hat in den letzten Jahren die Effizienz deutlich gesteigert», gibt Ladner Auskunft. Mittlerweile seien allerdings keine grossen Sprünge mehr zu erwarten, ohne dass grössere Investitionen nötig werden. Die Sulzer-Aktie hält er trotzdem für einen Kauf, angesichts von Spekulationen zu einem zweiten Anlauf für die Bodycote-Übernahme. Die Mehrheit der Analysten, welche sich der Sulzer-Titel annehmen, schätzen die Aktien bei einem Kurs um 1706 Fr. mit «Marktgewichten» ein.