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Sunrise: Mehr Gewinn und Einstieg ins Fernsehgeschäft

Sunrise drängt ins Fernsehgeschäft (Bild: Keystone)

Bei weniger Umsatz mehr verdient: Sunrise hat vor allem dank dem Mobilfunkgeschäft seinen Betriebsgewinn gesteigert. Ab Ende Jahr will Sunrise neu im Fernsehgeschäft mitmischen.

Veröffentlicht am 26.05.2011

Sunrise erzielte im ersten Quartal einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda) von 141 Millionen Franken, 7,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Umsatz sank gleichzeitig um 3,7 Prozent auf 477 Millionen Franken.

Vor allem im Mobilfunk habe man zulegen können, teilte Sunrise am Donnerstag mit. Seit Ende Dezember bis Ende März habe man fast 20'000 neue Abonnementskunden gewonnen. Insgesamt habe es in den letzten zwölf Monaten einen Zuwachs um 142'000 Mobilfunkkunden gegeben. Der Mobilfunkumsatz legte um 6,6 Prozent auf 300 Millionen Franken zu.

Sunrise profitiert dabei vom Boom bei den Smartphones, den das iPhone ausgelöst hatte. Weil die Leute unterwegs surfen, wechseln auch Prepaid-Kunden zu Abonnementen, um einen pauschalen Datentarif zu bekommen. Deshalb wies Sunrise unter dem Strich mit 2,02 Millionen lediglich 5000 Mobilfunkkunden mehr aus als Ende Dezember.

Insgesamt stagnierte die Gesamtkundenzahl von Sunrise seit Ende 2010 wegen Kundenverlusten beim Festnetz und Internet bei 2,945 Millionen.

Einbruch beim Festnetz

Das Festnetzgeschäft litt insbesondere durch den internationalen Handel mit Telefonieminuten, den Sunrise zurückfuhr. Damit gingen 23 Millionen Franken Umsatz verloren, die Marge stieg aber. Ohne dieses Geschäft, das kaum Gewinn abwirft, wäre der Sunrise-Umsatz im ersten Quartal um 1 Prozent geklettert, hiess es.

Der Festnetzumsatz tauchte um über ein Fünftel auf 134 Millionen Franken. Im Internetgeschäft sank der Umsatz leicht um 2,8 Prozent auf 44 Millionen Franken.

Einstieg ins Fernsehgeschäft

Fünf Jahre nach der Swisscom will auch Sunrise ins Fernsehgeschäft über die Telefonbuchse (IPTV) einsteigen. Das TV-Angebot soll Ende Jahr gestartet werden, teilte das Telekomunternehmen am Donnerstag mit. Dabei stützt sich Sunrise auf die Breitbandtechnik der Swisscom.

Über den genauen Umfang des TV-Angebots hielt sich Sunrise-Chef Oliver Steil im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA bedeckt: Wie viele Sender verfügbar sein werden, wollte er noch nicht bekannt geben. Man sei derzeit mit den einzelnen Sendern in Verhandlungen.

Start mit Swisscom-Technik

Dabei kommt es zu einer Premiere: Um das TV in die Haushalte zu bringen, greift Sunrise erstmals auf die Breitbandinternet-Technik VDSL der Swisscom zurück. VDSL ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) deutlich schneller als die am meisten verbreiteten ADSL-Anschlüsse, die maximal 5 Mbit/s liefern.

Eine solch grosse Geschwindigkeit ist nötig, damit auch zwei hochaufgelöste HD-Kanäle gleichzeitig in guter Qualität in die gute Stube kommen. "Wir wollen zuerst auf VDSL sehen, testen, lernen", sagte Steil. Erst ein paar Monate später werde Sunrise-TV auch denjenigen Kunden angeboten, die mit der Technik ADSL2+ surfen.

Aus Fehlern lernen

Die Swisscom war im November 2006 ins Fernsehgeschäft eingestiegen und hatte am Anfang Lehrgeld bezahlt. Auf den langsamen ADSL-Leitungen lief Bluewin TV nur schlecht. Ruckelnde Bilder und Tonprobleme waren die Folge. Später bot die Swisscom ihr TV-Angebot nur noch auf VDSL an.

Allerdings gibt es auch da Einschränkungen. Je weiter ein Haushalt von der nächsten Swisscom-Telefonzentrale oder vom -Quartierkasten entfernt ist, desto geringer wird die Geschwindigkeit der Leitung. Gewisse Kunden können deshalb keine HD-Kanäle empfangen.

Ende März schauten 469'000 Haushalte mit der Swisscom fern. Gleichzeitig hatte UPC Cablecom 495'000 Digitalfernseh-Kunden.

Für Sunrise ist der TV-Start auf VDSL ein erster Schritt, bis die Glasfasernetze bereit sind. Denn die Datenautobahnen der Zukunft bieten mit ihren viel höheren Geschwindigkeiten wesentlich grössere Möglichkeiten. Damit lässt sich beispielsweise auch 3D-Fernsehen übertragen.

(cms/laf/sda)

 

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