Beim Sunrise ist die Eigentümerfrage unbeantwortet. Dominik Koechlin sieht als Verwaltungsratpräsident des zweitgrössten Schweizer Telekomkonzerns drei Optionen. «Es kommen grundsätzlich ein Verkauf, ein Börsengang oder eine Privatplazierung in Frage», so Koechlin exklusiv im Interview in der neusten Ausgabe der «Handelszeitung».

Eine Elefantenhochzeit mit der kleineren Konkurrentin lehnt der Sunrise-Präsident dagegen ab: «Ein erneuter Fusionsversuch mit Orange steht im Moment nicht zur Debatte». Die britische Eignerin CVC will Sunrise abstossen und sondiert derzeit verschiedene Optionen.

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Gemeinsames Handynetz ausgelotet

Ein Türchen lässt sich Telekomprofi Koechlin allerdings offen, indem Sunrise derzeit ein gemeinsames Handynetz mit Orange technisch auslotet.  Ein «abgegrenztes Pilotprojekt» sei das, dämpft Koechlin die Erwartungen. «Sunrise strebt weiterhin keine gemeinsame Netzgesellschaft mit Orange an.» Im schnelllebigen Telekommunikationsgeschäft müsse man jedoch ständig in Optionen denken, so der Sunrise-Präsident. «Wer weiss schon, was in zwei oder drei Jahren ist.»

Zugleich kündet Koechlin eine neue Offensive im Geschäftskundenbereich an. «Wir werden in den nächsten Monaten insbesondere den KMU-Bereich stark ausbauen. Dazu werden werden neue Produkte und Bundles, speziell für kleine und mittlere Unternehmen lancieren». Anfang nächsten Jahres sollen die ersten Angebote am Markt erhältlich sein.

Grosses Potenzial im Businessbereich

Denn der Sunrise-Präsident vor allem im Geschäftskundenbereich grosses Potenzial: «Wir haben im Businessbereich einen sehr kleinen Marktanteil, aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass da mehr drin liegt.»

Eine Personalergänzung soll Business Sunrise dabei helfen. Seit September leitet Markus Naef die Sparte, der zuvor für das US-Filmstudio 20th Century Fox gearbeitet hatte. Sein Vorgänger, Hans Jörg Denzler, war als Business-Chef keine zwei Jahre im Amt. Er übernimmt neu die Geschäftsentwicklung.

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