Die Schweizerische Post suchte seit April 2013 einen neuen Dienstleister für ihre Telekommunikationsbedürfnisse. Der Auftrag wurde gemäss den WTO-Richtlinien ausgeschrieben. Die einzigen zwei Globalanbieter in der Schweiz sind Sunrise und Swisscom.

Nach einem eher langen Prozedere entschied sich nun die Post gegen Swisscom und für Sunrise. Dies kann man dem Informationsportal fürs öffentliche Beschaffungswesen Simap entnehmen (siehe Downloads).

Staatskonzern gegen Staatskonzern 

Der Deal ist über 22 Millionen Franken Wert. Dass ausgerechnet die privat finanzierte Sunrise der Swisscom diesen Deal wegschnappt, dürfte den Telekomriesen schmerzen und verblüfft Branchenkenner. Offenbar konnte die Swisscom die Staatsnähe und die gemeinsame Geschichte nicht ausspielen. Das Gesamtpaket von Sunrise entsprach dem Staatskonzern Post besser.

Telefonieren mit den Chinesen

Pikant: Sunrise arbeitet im Telefonbereich mit dem umstrittenen chinesischen IT-Konzern Huawei zusammen, im Gegensatz zu Swisscom. Offenbar fielen solche Überlegungen weniger ins Gewicht.

Bei Swisscom bedauert man den Entscheid, richtete die Medienstelle aus. Man wies auch darauf hin, dass die Postauto-Dienstleistungen in Berggebieten ebenso davon betroffen seien und Swisscom gemäss Connect-Test das mit Abstand beste Netz anbiete.

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Bei Sunrise aber knallen die Korken: «Sunrise freut sich über den Zuschlag. Die Post bezieht künftig die mobile Kommunikation und klassisches Festnetz von Sunrise. Die Umstellung erfolgt schrittweise und wird im Laufe des Jahres 2015 abgeschlossen.»

Dreijähriger Vertrag

Der Vertrag sieht eine Laufzeit von 3 Jahren vor - mit einer Option zur Verlängerung von weiteren 2 Jahren. Hans Jörg Denzler, Leiter Business Sunrise zur Neuakquisition: «Der Gewinn dieser Ausschreibung freut uns sehr, und wir sind stolz auf diese Partnerschaft. Wir konnten die Konzernleitung der Post mit unserem Mix aus verschiedenen Kriterien, wie technische Kompetenz, Flexibilität aber auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis überzeugen.»