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Schadenfreude
Sunrise weidet sich an Swisscoms Justiz-Niederlage

Libor Voncina: Der Sunrise-CEO ist happy über die Niederlage der Konkurrenz. Keystone

Sunrise freut sich über das jüngste Urteil gegen Swisscom. Der SMIM-Konzern fordert vom Bundesbetrieb nun ein Bekenntnis zu fairem Wettbewerb.

Veröffentlicht am 07.10.2015

Sunrise freut sich über die juristische Niederlage der Konkurrentin Swisscom. Die seit kurzem an der Börse notierte Gesellschaft begrüsse den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts, den Bundesbetrieb für ein wettbewerbswidriges Verhalten im Breitbandinternetgeschäft mit 186 Millionen Franken zu büssen.

«Die grundsätzliche Billigung des von der Wettbewerbskommission verhängten Bussgelds durch das Bundesverwaltungsgericht sendet eine klare Botschaft für mehr Wettbewerb», heisst es im Sunrise-Communiqué vom Mittwoch.

Kritik an der Verfahrensdauer

«Die Internetanbieter in der Schweiz sind von einer gemeinsamen Nutzung der Infrastruktur der historischen Anbieterin Swisscom abhängig, insbesondere für Hochgeschwindigkeitsbreitbandprodukte», erklärt Sunrise ihre Position. Mit überhöhten Preisen sei die ehemalige Monopolistin Swisscom in der Lage gewesen, den Markt jahrelang zu ihrem Vorteil zu beeinflussen und sich damit einen hohen Marktanteil für Internetdienste zu sichern.

Swisscom hat angekündigt, den Entscheid vom Dienstag an das Bundesgericht weiterzuziehen. Das stösst der Konkurrenz sauer auf. Die lange Dauer des Verfahrens verzögere die negativen Folgen der Korrektur, schreibt Sunrise. Die Telekomfirma fordert, dass «Swisscom und die Schweizerische Eidgenossenschaft als Mehrheitsaktionärin ihre Pflicht anerkennen, für einen fairen Wettbewerb auf dem Schweizer Telekommunikationsmarkt zu sorgen».

Swisscom-Titel unter Druck

Die Wettbewerbskommission (Weko) hatte 2009 Swisscom für einen Verstoss gegen das Kartellgesetz zu einer Busse von knapp 220 Millonen Franken verdonnert. Das Bundesverwaltungsgericht hat den Betrag im Urteil vom Dienstag um 15 Prozent reduziert. Begründet wird der Schritt mit «verschiedenen Korrekturen der vorinstanzlichen Sanktionsberechnung». Das Gericht verweist zudem auf ein zwischenzeitlich ergangenes Urteil des Bundesgerichts.

Als Folge des Urteils wird Swisscom im dritten Quartal 2015 eine Rückstellung von 186 Millionen Franken bilden. Bisher hatte der Konzern für das Sanktionsverfahren keine Rückstellung vorgenommen. Das Betriebsergebnis des dritten Quartals werde nun um diesen Betrag negativ belastet. Für 2015 werde neu ein Ebitda von «mehr als 4,0» Milliarden Franken erwartet. Zuletzt hatte das Unternehmen einen Betrag von «über 4,2» Milliarden Franken in Aussicht gestellt. Die Aktie ist am frühen Mittwochmorgen unter Druck und notiert fast ein Prozent im Minus.

(ise/ama)

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