Es ist eine noble Adresse: Als einziger der drei grossen Telekomanbieter wird Sunrise künftig an der Zürcher Bahnhofstrasse präsent sein. Sie hat sich das Lokal an der Bahnhofstrasse 61 gesichert, wie die «Handelszeitung» erfahren hat. Das bisher dort eingemietete Pelzgeschäft wird ausziehen.

Sunrise kam zugute, dass die Hausbesitzer keine weitere Billig-Kleiderkette als Mieterin haben wollten. Und natürlich war die Firma bereit, die stolze Miete von geschätzten 4000 bis 6000 Fr. pro Quadratmeter und Jahr zu zahlen. Sunrise-Kommunikationschef Dominique Reber bestätigt: «Wir planen, im Mai das neue Lokal an der Bahnhofstrasse zu eröffnen.» Auch im Shoppingzentrum Glatt in Zürich-Wallisellen hat sich Sunrise eingemietet. Im Detailhandel ist dies ebenfalls eine Adresse, für die Wartelisten existieren.

Angriff auf die Swisscom

Für einen Telekomanbieter sind eigene Verkaufsflächen besonders wichtig. Sie verkaufen ihren Kunden kein greifbares Produkt, sondern lediglich eine Leistung, nämlich ihre Infrastruktur. Telefoniert wird mit Geräten unterschiedlichster Marken. Umso wichtiger also, dass Sunrise durch eigene Läden direkten Kundenkontakt hat und so für die Konsumenten quasi sichtbar wird.

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Die Swisscom hat schon früh auf eigene Verkaufsflächen gesetzt und ist heute mit 110 Filialen Marktleaderin. Durch den Kauf der 62 bisherigen Phonehouse-Filialen hat Swisscom ihre Position deutlich ausgebaut. Auch Sunrise hätte die Phonehouse-Filialen gerne gekauft, doch Swisscom kam ihr zuvor. Anbieter Orange betreibt gut 50 eigene Läden.

Während Sunrise für Kunden-Shops sehr viel Geld ausgibt, wird dagegen im Backoffice die Sparschraube angezogen. Sunrise wird aus den nach ihr genannten Doppelhochhäusern in Zürich-Oerlikon bis Ende 2009 ausziehen. Die obersten Stockwerke, die bereits geräumt wurden, werden seit Anfang Oktober für die Mitarbeiter der Credit Suisse umgebaut. Die CS und Sunrise werden danach sukzessive quasi die Lokalitäten tauschen: Die Sunrise-Mitarbeiter ziehen in den nahe gelegenen CS-Bürokomplex. Gemäss Kommunikationschef Reber spart Sunrise so mehrere Millionen Franken Miete. Am Hauptsitz zu sparen sei nur vernünftig, sagt er. In Shops an bester Passantenlage sei das Geld dagegen gut investiert: «Damit wollen wir unseren Auftritt als Qualitätsanbieter im Markt stärken.»