Super Mario von Nintendo soll künftig auch Smartphones unsicher machen. Weil immer mehr Kunden ihre Spielekonsolen links liegenlassen, will der japanische Konzern künftig Apps für Handys und Tablets mit bereits bekannten Figuren entwickeln. Dazu geht Nintendo eine Partnerschaft mit dem Online-Spiele-Anbieter DeNA ein, wie beide Firmen am Dienstag mitteilten. Analysten hatten seit längerem gefordert, dass Nintendo eigene Angebote für mobile Geräte entwickelt.

Nintendo-Präsident Satoru Iwata will mit der Neuausrichtung zusätzliche Spieler gewinnen und damit am stetig wachsenden Smartphonemarkt teilhaben. Das Geschäft mit den Konsolen solle nicht abgegraben werden, sagte er. Derzeit werde die neue Spieleplattform NX entwickelt. Nähere Angaben dazu machte er nicht. Er gab auch keine Details zu Nintendos erstem Handy-Spiel bekannt. Es werde aber keine reine Kopie eines bekannten Konsolen-Spiels sein, sagte Iwata.

Scheu vor Einstieg

Nintendo hat sich lange gescheut, ins boomende Geschäft mit Spiele-Apps einzusteigen. Die Japaner vertrauten auf den Erfolg ihrer Konsolen wie Wii und setzten auf neue Spiele wie «Mario Kart 8». Wegen enttäuschender Verkaufszahlen der tragbaren Konsole 3DS revidierte Nintendo im Januar aber sein operatives Gewinnziel für das bis März laufende Geschäftsjahr um die Hälfte nach unten. Der Konzern war gegenüber Microsofts «Xbox» und Sonys «Playstation» ins Hintertreffen geraten - auch wegen eines Mangels an Spielen.

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Analysten begrüssten die Entscheidung von Nintendo. Die Umsätz mit Spiele-Apps zögen derzeit an und mit Hilfe der Handy-Spiele könnten neue Kunden auf die Marke Nintendo aufmerksam und letztlich vielleicht auch für die Spielekonsole gewonnen werden, erklärte Piers Harding-Rolls vom Marktforscher IHS. «IHS-Daten aus dem vergangenen Jahr zeigen, dass weltweit mit Spiele-Apps 26 Milliarden Dollar umgesetzt wurden. Spiele für Konsolen kamen lediglich auf 3,3 Milliarden Dollar.»

(reuters/ise)