Die Suva wird 2015 zum ersten Mal seit sieben Jahren die Prämien nicht mehr senken, sondern stabil halten. Zudem zeichnet sich ab, dass wieder mehr neue Invalidenrenten gesprochen werden müssen, wie der Unfallversicherer am Freitag in Luzern bekannt gab.

2013 sei ein weiteres erfolgreiches Jahr der Suva gewesen, sagte Markus Dürr, der seit Anfang Jahr den Verwaltungsrat der Suva präsidiert. Das Unternehmen sei in einem kerngesunden Zustand.

Das Betriebsergebnis der Suva ging 2013 allerdings um 75 Prozent auf 61,5 Millionen Franken zurück. Finanzchef Ernst Mäder begründete den Rückgang mit ausserordentlichen Aufwendungen. Das ausgewiesene Ergebnis sei eine «Untertreibung».

Von den 61,5 Millionen Franken verwendet die Suva 50 Millionen Franken zum Abbau der Ausgleichsreserven, so dass noch ein Überschuss von 11,5 Millionen Franken verbleibt. Die Reserven, mit denen während einer Rezession die Prämien stabil gehalten werden, werden abgebaut, weil sie den festgelegten Höchstwert überschreiten. Die Rückerstattung erfolgt an die Versicherten.

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Mehr Versicherte

Trotz Prämiensenkungen konnte die Suva 2013 die Prämieneinnahmen um 0,6 Prozent auf 4,19 Milliarden Franken steigern. Grund dafür ist, dass die versicherte Lohnsumme stärker gewachsen ist, nämlich um 1,9 Prozent auf 140 Milliarden Franken. Der Suva waren im letzten Jahr 121'102 Betriebe (+1,0%) mit 1,95 Mio Beschäftigten (+0,5 Prozent) unterstellt.

Eine Prämiensenkung wird es 2015 zum ersten Mal seit sieben Jahren nicht geben. Die Suva habe ein neues finanzielles Gleichgewicht erreicht, sagte Ulrich Fricker, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Die Luft sei nun langsam draussen.

Gemäss Fricker dürften die Prämien für drei Viertel der angeschlossenen Betriebe stabil bleiben. Für einen Viertel der Betriebe wird es risikobedingte Anpassungen nach oben oder unter geben.

Die Suva finanziert ihre Leistungen auch über Kapitalanlagen, deren Wert 2013 um 5,0 Prozent auf 44 Milliarden Franken gestiegen ist. Die Performance betrug 4,7 Prozent, was nach Einschätzung der Suva angesichts des Marktumfeldes «zufriedenstellend» sei. Finanziell nötig gewesen war eine Performance von gegen 2,5 Prozent. Der finanzielle Deckungsgrad erreichte 128 Prozent.

Die einzelnen Versicherungszweige schlossen alle positiv ab. Die Zahl der gemeldeten Unfälle und Berufskrankheiten blieb praktisch stabil. Die Heilkosten erhöhten sich aber um über 12 Prozent, weil Subventionen der Kantone für die stationäre Behandlungen wegfielen. Im gleichen Umfang nahmen auch die Kosten für die Invalidenrenten zu.

Mehr Neurenten

Zum ersten Mal seit mehreren Jahr zugenommen hat die Zahl der neu gesprochenen Invalidenrenten, und zwar um 12 Prozent von 1584 auf 1776. Die Zahl der Neurenten ist damit noch immer deutlich tiefer als vor zehn Jahren, als sie bei über 3000 gelegen hat.

Bei den Renten gibt es aber noch immer mehr Abgänge als Zugänge. Finanziell sei die Zunahme nicht dramatisch, sagte Fricker. Ob es bei den Neurenten eine Trendwende gegeben habe oder ob es sich um ein Verharren auf tiefem Niveau handle, könne noch nicht beurteilt werden.

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Allerdings stellte die Suva auch im laufenden Jahr eine Zunahme bei den Neurenten fest. Die Hintergründe sind nicht klar. Vermutet wird, dass Effekte, die sich senkend ausgewirkt haben, verpufft sind.

Keine Vorkehrungen wegen Radium

Die Suva äusserte sich auch zum Radium, das bis Mitte der 60er Jahre in der Uhrenindustrie für Zifferblätter verwendet worden war. Kürzlich waren durch Radium radioaktiv belastete Standorte bekannt geworden.

Die Suva geht nicht davon aus, dass sie deswegen finanzielle Vorkehrungen treffen müsse. Betont wurde ferner, dass die Suva erst ab 1963, als die Strahlenschutzverordnung in Kraft getreten sei, die ihr unterstellten Betriebe habe kontrollieren können.

(awp/vst/sim)