Der japanische Autobauer Suzuki legt im Streit mit seinem Grossaktionär Volkswagen nach und will die Trennung von dem Partner jetzt gerichtlich erzwingen. Man wolle den Fall vor den Schiedsgerichtshof der internationalen Handelskammer bringen, hiess es in Tokio.

Suzuki-Chef Osamu Suzuki sagte: «Suzuki hat heute die Partnerschaft mit Volkswagen beendet.» Suzuki will den Anteil von knapp 20 Prozent von Volkswagen zurückkaufen. «Volkswagen lässt uns keine Wahl», so Suzuki. Vize Yasuhito Harayama sagte allerdings, man werde VW noch etwas Zeit geben, bevor man den Schiedsgerichtshof anrufe.

Der deutsche Autobauer hält an seinem Anteil fest. Für eine Kündigung gebe es aus Sicht von VW keinen Grund. «Die Begründung sehen wir als haltlos an», sagte ein Sprecher. Der 2009 geschlossene Vertrag bestehe weiter. Es gebe keinerlei rechtliche Basis, eine Rückgabe der Aktien zu erzwingen. Suzuki hatte bereits im September den Wunsch geäussert, die Partnerschaft zu beenden.

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«Möglichkeit, Einfluss auszuüben, nicht mehr gegeben»

Suzuki-Konzernpatriarch Osamu Suzuki hatte mit der vor rund zwei Jahren eingegangenen Partnerschaft vor allem Einblick in die technische Entwicklung bei Europas grösstem Hersteller erhalten wollen.

VW ist mit knapp 20 Prozent an dem japanischen Unternehmen beteiligt, Suzuki mit 1,5 Prozent an VW. Die beiden Partner werfen sich gegenseitig Vertragsverletzungen vor. VW hatte Ende Oktober bei der Bilanzvorlage klargestellt, dass die Zusammenarbeit grundsätzlich überprüft werde.

Da die Japaner die Kooperation mit VW beenden wollen, sei «bis auf weiteres die Möglichkeit, massgeblichen Einfluss auf Suzuki auszuüben, nicht mehr gegeben», hiess es im Zwischenbericht. Deshalb werde die Ende 2009 erworbene Beteiligung von 19,9 Prozent nun anders in der Bilanz geführt.

Unzufriedenheit auf beiden Seiten

Suzuki hatte sich zu Beginn der Auseinandersetzungen auch daran gestört, in den VW-Büchern als assoziiertes Unternehmen geführt zu werden. Das japanische Familienunternehmen pocht auf seine Unabhängigkeit. Die Partnerschaft habe Suzuki nicht die gewünschten Vorteile gebracht, lauten die Vorwürfe des Kleinwagenspezialisten. VW sieht sich hingegen übergangen, da die Japaner bei Fiat Dieselmotoren bestellten.

An der Börse wurden die Neuigkeiten kaum beachtet: Die Vorzüge von Volkswagen gaben im frühen Handel rund 0,2 Prozent nach, während der Dax knapp ein halbes Prozent im Minus lag.

Die jüngsten Auseinandersetzungen hätten die Beziehungen zwischen den beiden Autobauern verschlechtert, sagte Analyst Jakob Penndorf von Alpha Wertpapierhandel. Suzuki habe ein gutes Timing bewiesen, indem die Japaner mit ihrer Mitteilung kurz vor Beginn der VW-Aufsichtsratssitzung am heutigen Freitag an die Öffentlichkeit gegangen seien.

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(tno/vst/awp)