Die in der Gemeinschaftsgastronomie tätige SV Group hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt (siehe Tabelle). «Ich bin sehr stolz auf dieses Resultat», sagte CEO Susy Brüschweiler bei der Präsentation des Ergebnisses. Der Konzern beackert die vier Geschäftsfelder SV Business (Personalrestaurants), SV Event, SV Care (Spitäler, Heime) und SV Hotel. In der Schweiz ist er Branchenleader, in Deutschland zählt er zu den zehn grössten Gemeinschaftscaterern, und in Österreich gehört er zu den fünf Grössten. Diese Branche ist geprägt durch kleine Margen.
Vor allem in der Schweiz war der Konzern vergangenes Jahr erfolgreich. Die Gründe dafür liegen im verbesserten wirtschaftlichen Umfeld, im Ausbau des Event-Bereichs und einer Optimierung der Kosten. Konkret: «Das Personal wurde effizienter eingesetzt, sodass weniger Leerzeiten entstanden, in denen die Mitarbeiterinnen keine Arbeiten verrichteten» erklärt Mediensprecherin Silvia Schnidrig. Zudem haben die Unternehmen wieder mehr für Apéros und Firmenanlässe ausgegeben, was sich für die SV Group positiv auswirkte. Obwohl die Zahl der geführten Personalrestaurants leicht gesunken ist, wurde mehr Umsatz erzielt. Innovative Konzepte wie fit@work, ein Gericht mit 500 Kilokalorien, entwickelten sich zum Renner.
*Events brachten Wachstum*
Ein Wachstumsschub erfolgte auch im Geschäftsfeld SV Event, wo sich der Umsatz in der Schweiz verdoppelte. Die SV Group beteiligte sich mit 60% im neuen Berner Fussballstadion an der Stade de Suisse Gastro, die dort seit letztem Juli den Restaurationsbetrieb des VIP- und Business-Centers betreibt.
*Einige Wermutstropfen*
Brüschweiler muss aber auch Bitteres schlucken. So verlor sie in der Schweiz im hart umkämpften Verpflegungsmarkt den Schlüsselkunden Swisscom an den Konkurrenten Compass, der kostengünstiger offeriert habe. Was sich aber erst im Resultat 2006 auswirkt. 11 Mio Fr. hat die SV Group mit dem Kunden Swisscom umgesetzt.
Seit längerem versucht Brüschweiler Spitäler und Heime als Kunden zu gewinnen. Ein Erfolg in diesem Geschäftsfeld von SV Care blieb in der Schweiz aber weit gehend aus. Denn trotz Kostendruck im Gesundheitswesen haben wenige Spitäler und Heime die Verpflegung ausgelagert.
Grösstes Sorgenkind ist jedoch immer noch der österreichische Markt. Hier hat die SV Group den Turnaround nicht geschafft und weist einen operativen Verlust von 1,3 Mio Fr. aus. Als Gründe nennt Brüschweiler unter anderem die Schliessung des umsatzstärksten Betriebs wegen eines Umbaus, aber auch Wechsel an der Führungsspitze. Dieses Jahr will Brüschweiler den Turnaround schaffen, und bis dahin wird das österreichische Kind von der Schweiz aus geführt.
*Deutschland wie die Schweiz*
In Deutschland drückten «schmerzhaft» ausserordentliche Aufwendungen von 666000 Fr. für Mehrwertsteuernachzahlungen auf den Gewinn, der auf 0,5 Mio Fr. gesunken ist. Brüschweiler sieht im deutschen Markt für die SV Group ein «enormes Potenzial». Bis in drei bis fünf Jahren soll er so gross sein wie derjenige in der Schweiz.
Viel verspricht sich Brüschweiler von der Zusammenarbeit mit der internationalen Hotelkette Marriott: Im September soll das erste Hotel der Marke Courtyard in Zürich Nord eröffnet werden, das die SV Group im Franchisesystem für Marriott führen wird. Die SV-Managerin hofft, künftig noch mehrere solche Courtyard-Hotels für Marriott zu eröffnen.
Für 2006 erwartet Brüschweiler insgesamt nur ein leichtes Umsatzwachstum. In der Schweiz wird von einem konstanten Umsatz ausgegangen. Sie rechnet vor allem für Deutschland und Österreich mit Wachstum. In Österreich möchte sie eine «schwarze Null» erzielen und in Deutschland das operative Resultat halten. Der Gewinn sollte aber für die ganze Gruppe mindestens das Vorjahresniveau erreichen.

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