Der starke Franken hat dem weltgrössten Uhrenhersteller Swatch im ersten Halbjahr einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Der Gewinn brach um fast ein Fünftel auf 548 Millionen Franken ein, wie Swatch am Donnerstag mittelte. Der Umsatz stieg zu konstanten Wechselkursen um 3,6 Prozent auf 4,248 Milliarden Franken.

Durch die nochmalige Verschlechterung der Wechselkurssituation gegenüber dem «massiv überbewerteten Schweizer Franken« sei der Umsatz zunächst geschmälert worden, teilte der Uhrenkonzern am Donnerstag mit. In den Monaten Mai und Juni habe sich das Wachstum jedoch wieder beschleunigt.

«Konsumlust weltweit, Schweizer Uhren zu kaufen»

Wegen der bevorstehenden Lancierung neuer Produkte schaut der Uhrenhersteller, dessen Sortiment von günstigen Plastikuhren bis zu edlen Zeitmessern der Marken Omega und Glashütte reicht, dennoch optimistisch in die Zukunft. Die Konzernleitung erwartet trotz des «Schweizer Franken-Dilemmas ein starkes zweites Halbjahr 2015». Es hiess, «die Konsumlust weltweit, Schweizer Uhren zu kaufen, egal in welchem Segment, entwickelt sich weiterhin sehr dynamisch vor allem auch im Bereich mechanischer Uhren».

Die Märkte teilen diese Einstellung: Die Aktien von Swatch haben nach der Präsentation der Halbjahreszahlen zu einem Höhenflug angesetzt. Für die meisten Analysten überraschte der Uhrenkonzern positiv. Viele hatten offenbar insgeheim deutlich schwächere Zahlen unter dem Prognose-Konsens erwartet. Die Swatch-Papiere notieren am Morgen um 5,3 Prozent im Plus bei 407,00 Franken.

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Im Uhren- und Schmucksegment, inklusive Produktion, erreichte die Swatch Group ein Nettoumsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr von 3,4 Prozent zu konstanten, respektive 2 Prozent zu aktuellen Wechselkursen. Bis und mit Ende Mai sanken dagegen die Exporte von Armbanduhren der schweizerischen Uhrenindustrie insgesamt um 1,1 Prozent.

(sda/reuters/awp/me)