Der Uhrenkonzern Swatch will mit eigenen Filialen Indien erobern. Das Handels- und Industrieministerium des Landes habe grünes Licht für eigene Verkaufsstellen gegeben, teilte der Weltmarktführer am Dienstag mit.

In den kommenden drei Jahren wollen die Schweizer in mehreren indischen Städten 30 bis 40 Swatch-Shops in besten Lagen eröffnen. In einem ersten Schritt sollen Käufer die Uhren des Konzerns in Geschäften in den neun wichtigsten Städten erwerben können.

Indien als China-Ersatz

«Das ist ein wichtiger Schritt für Swatch», sagt Vontobel-Analyst René Weber in einem ersten Kommentar gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. «Indien war bisher nur für einen Bruchteil des Uhrengeschäfts verantwortlich.»

Gemäss seinen Schätzungen macht Swatch rund 1 Prozent der Umsätze im Boom-Markt Indien. Die Zahl der neuen Stores sei zwar gering. Die Position der Uhrenfirma stärke das aber nichtsdestotrotz.

Kleiner Anteil an Gesamtausfuhren

Schweizer Uhrenhersteller exportierten im vergangenen Jahr Uhren im Wert von 123 Millionen Franken nach Indien – das ist nur etwas mehr als ein halbes Prozent der gesamten Uhrenausfuhren.

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Der Entscheid der indischen Behörden kommt zu einem günstigen Zeitpunkt. Europäischen Exporteuren weht nach der Abwetung des Yuan ein rauher Wind entgegen. Das habe Spekulationen geschürt, wonach sich die chinesische Wirtschaft schwächer entwickelt als befürchtet, ergänzt Weber. Und China ist für die Uhrenindustrie von grösster Bedeutung.

(reuters/ise/ama)