Der CEO der Swatch-Gruppe, Nick Hayek, zeigt sich im Zusammenhang mit dem Rückgang der Uhrenexporte nach China überhaupt nicht verzagt. Auf die Frage, ob die 40 Prozent Umsatz, welche Swatch in Greater China erziele, kein Klumpenrisiko seien, sagte Hayek in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft»: «Nein, ein riesiger Vorteil, eine Klumpenchance. China hat den grössten Mittelstand der Welt mit weit über 100 Millionen Menschen und dieser wächst weiter.»

Swatch befinde sich in einer Situation, in der es «viel mehr Chancen als Risiken» gebe. «Unsere Fabriken sind ausgelastet. Wir haben Vollbeschäftigung.» Das Geschäft ankurbeln solle auch eine Uhr mit Bezahlfunktion, die in China startet und im Frühjahr 2016 auch in der Schweiz auf den Markt kommen soll. Bei dieser Uhr habe Swatch keine großen Summen investieren müssen, man werde von Anfang an auch bei kleinen Stückzahlen Geld damit verdienen.

Der richtige Moment

China bleibe für Swatch der wichtigste Markt, betonte Hayek. «China zu vernachlässigen wäre äusserst fahrlässig», sagte er. «Natürlich kann das Wachstum nicht ewig zweistellig oder im hohen einstelligen Bereich weitergehen», so Hayek. «Aber China ist mit seinen 1,3 Milliarden Menschen viel stabiler und berechenbarer als die USA.»

In Hongkong sieht Hayek derzeit vor allem eine Verunsicherung der Händler. Er geht nicht davon aus, dass sich dieser Markt in den kommenden sechs Monaten massiv erholen werde. Aber auch dort sei der richtige Moment zu investieren.

Kein Weihnachtsgeschäft

Auf die Frage, was er sich vom Weihnachtsendspurt erhoffe, erklärte der Swatch-Chef: «Es gibt schon lange kein eigentliches Weihnachtsgeschäft mehr. So sind November- und Dezemberzahlen etwa vom Zeitpunkt des chinesischen Neujahres beeinflusst und unzählige andere variable Feiertage finden sich im ganzen Jahreskalender.»

Grundsätzlich positiv stimme ihn die volle Produktepipeline aller Marken sowie die Lust des Konsumenten am Kaufen. Und mit Blick auf 2016 sagte er: «Da bin ich wirklich zuversichtlich gestimmt. Wir sind gut aufgestellt, haben dieses Jahr kräftig investiert, die Pipeline stimmt. Dazu kommt, dass 2015 von vielen wirtschaftlichen und politischen Negativmeldungen geprägt war.»

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Sinkender Gewinn

Im ersten Halbjahr hatte der Weltmarktführer den Umsatz um 3,6 Prozent auf 4,25 Milliarden Franken gesteigert. Der Gewinn fiel hingegen um rund ein Fünftel auf 548 Millionen Franken. Hauptgrund für den Einbruch war der stärkere Franken.

(awp/ise)