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Uhren
Swatch expandiert inmitten der Russland-Krise

Nick Hayek in Sotschi: Der Uhrenkonzern treibt sein Geschäft in Russland voran. Keystone

Swatch lässt sich von Hiobsbotschaften aus Russland nicht abschrecken. Der Uhrenkonzern bezieht neue Büros in Moskau und setzt zur Expansion an.

Von Marc Bürgi
am 21.08.2015

Die Swatch-Gruppe zeigt sich unbeeindruckt von den schlechten Nachrichten aus Russland. Der Uhrengigant bezieht ein neues Grossraumbüro im noblen Moskauer Geschäftszentrum Delta Plaza. «Wir brauchen mehr Platz», sagte Konzernchef Nick Hayek zu handelszeitung.ch. Der Konzern hat in Russland  rund 500 Mitarbeitende.

Das Geschäft in Russland laufe rund – nur verdiene der Konzern wegen des schwachen Rubels im Moment fast nichts daran. Die russische Währung ist zurzeit im freien Fall. Die Schweizer Uhrenindustrie hat einen schweren Stand: Die Uhrenexporte nach Russland sanken im Juli in Franken gerechnet um fast einen Drittel.

Auch Medwedew trägt Swatch

Doch Hayek glaubt an ein Ende der Währungsmisere: Der Konzern investiert in seine Ladenkette – sie umfasst mittlerweile 50 Standorte. In Kürze kommt eine weitere Tourbillon-Boutique hinzu, wo Swatch seine Luxusmarken verkauft, wie Hayek handelszeitung.ch sagte.

Die stärksten Marken von Swatch in Russland sind Omega und Swatch – aber auch Tissot oder Breguet tragen Russen gerne am Handgelenk. «Die Russen lieben unsere Uhren», erklärte Hayek. Sogar Ministerpräsident Dmitri Medwedew besitze eine System51 Swatch.

Gewinn schrumpft wegen Frankenstärke

Der starke Franken macht Swatch nicht nur in Russland zu schaffen. Im ersten Halbjahr 2015 sank der Gewinn des weltgrössten Uhrenkonzerns um fast einen Fünftel auf 548 Millionen Franken. Der Umsatz stieg um 2,2 Prozent auf 4,2 Milliarden Franken. In Euro gerechnet hätte Swatch um knapp 19 Prozent zugelegt.

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