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Swatch-Group-Chef Hayek: «Börsenkurse von A bis Z manipuliert»

Nick Hayek greift im Interview mit der «Handelszeitung» die Finanzbranche frontal an. (Bild: Keystone)

Nick Hayek lässt im Interview mit der «Handelszeitung» kein gutes Haar an der Finanzbranche. Damit führt der Swatch-Chef die scharfe Tonalität seines verstorbenen Vaters gegenüber dem Finanzplatz fort

Von Pascal Ihle und Beat Balzli
am 03.10.2012

Nick Hayek, Chef der Swatch Group, übt im Interview mit der «Handelszeitung» Kritik an der Finanzbranche: «Eine Performance scheint nur noch über den Börsenkurs bestimmt zu werden statt über die Leistung des Unternehmens.»

Hayek stört sich daran, dass die Börsenkurse heute durch Gerüchte, Halbwahrheiten und oberflächlichste Analysen von A bis Z manipuliert würden. Diese Kurzfristigkeit interessiert ihn nicht, ein Unternehmer müsse langfristig denken.

Der Standort Schweiz sei für Swatch überlebenswichtig. «Wir müssen und wollen in der Schweiz produzieren», so Hayek. Als sich der Franken gegenüber dem Dollar und dem Euro derart verstärkte, hatte dies auch dramatische Auswirkungen auf den Profit von Swatch. «Wir schrieben immer noch Gewinn, weil wir ein gut organisiertes Unternehmen sind.»

Unter den katastrophalen Umständen sei aber die Kursuntergrenze von 1.20 Franken zum Euro die richtige Entscheidung gewesen, «sonst wären unsere Industrie und unser Tourismus heute vom Aussterben bedroht.» Es gibt für Hayek denn auch keinen Grund, die Untergrenze aufzuheben. Denn die Untergrenze habe auch gezeigt, dass die Schweiz unabhängig sei. «Wir wollen die Firmen, Arbeitsplätze und die Produktion in der Schweiz behalten», so Hayek. Es gehe dabei auch um den sozialen Frieden.

Die Verlagerung der Produktion ins Ausland ist für den Chef der Swatch Group daher der falsche Weg: «Auch in anderen Ländern werden sich Wechselkurse, Löhne, Steuern, Sozialabgaben eines Tages ändern.» Die Produktivität sei daher wichtiger als die Arbeitskosten, da sie nur einen kleinen Anteil an den Gesamtkosten eines Produkts ausmachten.

Lesen Sie mehr zum Theme in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», am Donnerstag an ihrem Kiosk.

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