Noch vor zwei Jahren waren die Luxusuhren der Swatch Group heiss begehrt. Der Konzern erzielte Rekordumsätze mit Nobelmarken wie Blancpain oder Omega und den günstigen Plastikuhren der Kernmarke Swatch.

Doch inzwischen ist der Glanz etwas verblasst. Eine Absatzflaute hat dem Überschwang Platz gemacht. Die versprochenen Milliarden-Umsätze mit einem neuen Produkt, einer innovativen Autobatterie, liegen in weiter Ferne. Der Aktienkurs hat sich halbiert.

Uhrenexporte im Sinkflug

Wie die ganze Schweizer Uhrenbranche leidet der Weltmarktführer unter dem starken Franken. Ein weiterer Belastungsfaktor sind die Antikorruptionsbemühungen in China, wo teure Uhren als Bestechungsgeschenke aus der Mode gekommen sind. Zudem vergraulten Terroranschläge in Europa die kauffreudigen Touristen aus dem Nahen und Fernen Osten. Seit 17 Monaten befinden sich die Schweizer Uhrenexporte im Sinkflug.

Andere Probleme bei Swatch sind hausgemacht ,wofür der Konzern Kritik einstecken muss. «Die Strategie von Swatch entspricht nicht dem aktuellen Marktumfeld, das Produktionskürzungen erwarten liesse», sagt etwa Bernstein-Analyst Mario Ortelli.

Elektromobilität als Wachstumsmarkt

Ein Fragezeichen setzen die Investoren auch hinter die Erfolgsaussichten der von Hayek vor rund einem Jahr in mehreren Zeitungsinterviews angekündigten Batterie zum Antrieb von Elektrofahrzeugen.

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Elektromobilität gilt als attraktiver Wachstumsmarkt. Bis 2025 soll der Marktanteil von Elektroautos in Europa auf 20 bis 25 von derzeit unter einem Prozent steigen. «Ab 2020 dürfte die Kurve der Elektrofahrzeuge steil nach oben gehen», glaubt auch Thiemo Lang von der auf nachhaltige Anlagen spezialisierten Robeco SAM in Zürich.

Hayek rechnet mit Milliardenumsatz

Die Swatch Group hat die Batterie zusammen mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) entwickelt und zudem mit dem chinesischen Autokonzern Geely ein Kooperationsabkommen abgeschlossen. Anwendungen in Drohnen, E-Bikes und E-Scootern eingerechnet, könne der Umsatz schon 2020 zehn bis fünfzehn Milliarden Dollar erreichen, prognostizierte Hayek vor fast einem Jahr. Schon 2017 könnten erste Autos mit den Batterien unterwegs sein, so Hayek.

Doch davon ist gegenwärtig noch nichts zu sehen. «Zum Projekt der Swatch Group gibt es viele Gerüchte. Aber es sind noch keine Details bekannt», sagte Tobias Bischoff von der Energie-Anlagegesellschaft EIC Investments. Es werde sich zeigen, ob die in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entwickelten Batterien tatsächlich auch in eine kostengünstige und gut reproduzierbare Massenproduktion überführt werden könnten, sagte Lang. «Grosse Hersteller wie Samsung SDI oder Panasonic dürften dank Milliardeninvestitionen die Technologieführerschaft behalten.»

Kritik von Ex-Mitarbeiter

«Der Fahrplan für diese sogenannte Superbatterie erscheint mir unrealistisch. Es ist unmöglich, innerhalb von nur drei Jahren von Null auf zehn Milliarden Umsatz zu kommen», sagte Paul Wyser, Besitzer des Batterieherstellers Wyon und ehemaliger Swatch-Manager, zu den Plänen seines früheren Arbeitgebers. Eine Batterie zu entwickeln brauche viel Zeit und Geld.

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Zurückhaltend äussert sich auch Kooperationspartner Geely. «Das ist eines von vielen Projekten. Wir arbeiten mit einigen Anbietern zusammen», sagte Firmensprecher Ashley Sutcliffe. «Es befindet sich momentan noch für beide Parteien in den Kinderschuhen.»

(reuters/mbü/ise)