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Uhrenindustrie
Swatch nimmt nicht mehr an Basler Uhrenmesse teil

Hayek
Nick Hayek: Chef der Swatch Group.Quelle: Keystone

Swatch-Chef Nick Hayek gibt der Basler Uhrenmesse einen Korb. Die Teilnahme an der Veranstaltung sei «nicht mehr sinnvoll».

Veröffentlicht am 30.07.2018

Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch wird nicht mehr auf der internationalen Uhren- und Schmuckmesse in Basel vertreten sein. «Die Swatch Group hat beschlossen, ab 2019 nicht mehr an der BaselWorld präsent zu sein», sagte Konzernchef Nick Hayek der «NZZ am Sonntag». Es sei alles «transparenter, schnelllebiger und spontaner» geworden. «Die traditionellen, jährlichen Uhrenmessen sind darum für uns nicht mehr sinnvoll.» Grosse Aussteller wie Swatch planten für solche Messen ein Budget von 50 Millionen Franken ein. 

Der Konzern war jahrelang wichtiger Teilnehmer der Branchenmesse, die es seit 1917 gibt und die eine grosse Bedeutung für die Schweizer Uhrenindustrie hat. Der Uhrenhersteller aus Biel in der Westschweiz hat 18 Marken im Angebot, etwa die Plastikuhren der Marke Swatch oder Modelle der Edelmarken Breguet oder Omega.

Allerdings war die Attraktivität der Messe für die Hersteller zuletzt gesunken: Laut « NZZ am Sonntag» gab es in diesem Jahr 650 Aussteller. 2008 seien es dreimal so viele gewesen.

MCH-Aktie sinkt

Der Verlust des Ausstellers gefährdet die Existenz des Uhrensalons laut dessen Leiter nicht. «Baselworld wird weiterhin existieren – egal, was passiert», sagte Messechef Michel Loris-Melikoff im Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Temps» am Montag. Es sei zu früh, um über einen möglichen Schneeballeffekt zu spekulieren.

Derweil sinkt die Aktie des Messebetreibers MCH Group. In einem knapp gehaltenen Markt fielen die Titel am Montag um 15 Prozent auf 38,40 Franken. Es sei überraschend, dass Swatch nicht mehr an der BaselWorld teilnehmen werde, da im April alle wichtigen Marken die Teilnahme bestätigt hätten, erklärte Vontobel-Analyst Rene Weber. «Ohne die Swatch Group werde es schwierig sein, mit der Baselworld fortzufahren», so Weber.

«Das ist wirklich tragisch, wenn man einen so grossen Kunden verliert», sagte ein Händler. «BaselWorld ohne Swatch ist ja fast so schlimm, wie die Genfer Palexpo ohne den Autosalon.»

(reuters/ise)

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