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Uhren
Swatch profitiert von Kauflust im Osten

Swatch Keith Haring
Swatch-Uhren bei einer Versteigerung in Hongkong: Ostasien ist für Uhrenhersteller matchentscheidend.Quelle: Anthony Kwan/Getty Images

Der grösste Uhrenhersteller der Welt ist 2017 gewachsen. Dank Ostasien gab es sogar einen Gewinnsprung für die Bieler.

Veröffentlicht am 30.01.2018

Die Erholung der Luxusgüterindustrie ist auch bei den Uhrenherstellern angekommen. Der Weltmarktführer Swatch steigerte dank einer markanten Nachfragesteigerung im Fernen und Nahen Osten nach Jahren sinkender Erträge den Gewinn um 27,3 Prozent auf 755 Millionen Franken. Der Umsatz stieg zu konstanten Wechselkursen um 5,8 Prozent auf 7,99 Milliarden Franken, wie die Bieler Firma am Dienstag mitteilte.

Die stärkste Nachfrage verzeichnete der Konzern im Luxus- und Prestigesegment, zu dem die teuren Zeitmesser der Marken Blancpain, Omega oder Glashütte zählen. Aber auch günstige Plastikuhren der Kernmarke Swatch, die Kinderuhr Flik Flak und die Modemarke Calvin Klein oder Tissot hätten sich dank einer markanten Beschleunigung im zweiten Halbjahr deutlich besser verkauft.

Spanien und Frankreich hinken hinterher

Auch in weiten Teilen Europas und Nordamerika konnte Swatch mehr absetzen. Einzig Spanien und Frankreich hätten der Entwicklung noch hinterhergehinkt.

Damit ist Swatch stärker gewachsen als die Branche, die nach zwei rückläufigen Jahren aber ebenfalls wieder ein leichtes Wachstum bei den Exporten verzeichnete. Die Ausfuhren von Schweizer Uhren stiegen 2017 um 2,7 Prozent auf 19,9 Milliarden Franken. Die Branche kämpfte gegen rückläufige Verkäufe, vor allem weil das Geschäft in China wegen der Antikorruptionsbekämpfungen der dortigen Regierung schleppend lief die Nachfrage der Touristen vom chinesischen Festland in Hongkong und Europa geschwächelt hatte.

Richemont und LVMH ebenfalls positiv

Kürzlich hatten sich auch andere Luxusgüterhersteller wie der Genfer Konzern Richemont oder die französische LVMH-Gruppe positiv über die vergangenen Monate geäussert.

Die Aktionäre sollen am Erfolg von Swatch teilhaben: Die Dividende wird um 11,1 Prozent auf 7,50 Franken je Inhaber- und auf 1,50 Franken je Namenaktie angehoben werden.

Für das laufende Jahr gibt sich Swatch zuversichtlich. «Die Swatch Group erwartet ein weiteres sehr positives Wachstum in Lokalwährungen im 2018» hiess es. Dabei dürfte Swatch zugutekommen, dass die Luxusmarke Omega als offizieller Zeitmesser bei den olympischen Spielen in Südkorea zum Einsatz kommt und damit in allen Medien präsent sein wird.

Swatch-Aktie steigt

An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an. Die Aktie stieg in einem schwächeren Markt über drei Prozent auf 416,50 Franken. Das ist der höchste Stand seit Mitte August 2015.

Das zweite Halbjahr sei stärker als erwartet gewesen, kommentierte Rene Weber von der Bank Vontobel. Swatch gewinne im unteren Preissegment Marktanteile, sagte Jon Cox von Kepler Cheuvreux. Traditionelle Hersteller von Quarzuhren zögen sich im Zusammenhang mit den mit Zusatzfunktionen ausgestatteten Smartwatches und der Apple Watch des iPhone-Herstellers Apple aus dem Geschäft zurück. Aber auch bei den teuren Zeitmessern dürfte Swatch im Grosshandel zulegen, weil Konkurrenten Läden geschlossen hätten.

(reuters/gku/mbü)

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