Swatch blickt zuversichtlich in die Zukunft. Die Aussichten für die Swatch Group seien gut, sagte Konzernchef Nick Hayek am Mittwoch an der Generalversammlung in Grenchen. Einzig der starke Franken belaste die Geschäftsentwicklung, insbesondere im Vergleich zum Dollar.

Die Nationalbank sei zwar diesbezüglich sehr aktiv gewesen in der Vergangenheit, doch sei es nun wohl an der Zeit über weitere Schritte laut nachzudenken, erklärte Hayek am Rande der Generalversammlung. So könnte man beispielsweise über die Einführung von Negativzinsen diskutieren.

Die Weiterentwicklung der Schweizer Uhrenindustrie hänge stark von der Währungsentwicklung ab. Swatch alleine verliere wegen ungünstiger Währungsentwicklungen derzeit bis zu 60 Millionen Franken pro Monat an Umsatz. «Allerdings blicken wir auf die lange Sicht, und diese Aussichten stimmen zuversichtlich», sagte der Chef des weltgrössten Uhrenkonzerns im Grenchner Velodrome.

Die 2977 Aktionäre zeigten sich mit dem Swatch-Chef zufrieden, so gab es keinerlei Widerspruch bei der bisherigen Geschäftsstrategie. Die Swatch Group hatte im vergangenen Jahr den Reingewinn um 20,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,93 Mrd. Franken gesteigert.

Gerüstet für Smartwatches

Zum Kauf des amerikanischen Schmuck- und Uhrenherstellers Harry Winston sagte Verwaltungsratspräsidentin Nayla Hayek: «Ich bin davon überzeugt, dass es das Beste war, was wir machen konnten.» Harry Winston ist insbesondere im Diamantengeschäft präsent.

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Auch die digitale Entwicklung im Uhrenmarkt hat Swatch im Auge. Man sei etwa auf den möglichen Markteintritt der sogenannten Smartwatches vorbereitet. Allerdings äusserte sich Swatch-Chef Nick Hayek erneut skeptisch zu intelligenten Uhren. Die Menschen kauften Uhren nicht wegen Funktionen, sondern wegen Emotionen, hatte er bereits früher betont.

Grossaktionärin Esther Grether verlässt VR

Die Aktionäre stimmten an der Generalversammlung erstmals nach Annahme der Abzocker-Initiative von Thomas Minder über die einzelnen Verwaltungsratsmitglieder ab. «Das wird die längste Generalversammlung in der Geschichte von Swatch», sagte Nayla Hayek. Sie bedaure das, könne aber nichts dagegen tun.

Die Aktionäre bestätigten darauf Präsidentin Nayla Hayek, Konzernchef Nick Hayek, Lindt &-Sprüngli-Chef Ernst Tanner, Astronaut Claude Nicollier sowie den ehemaligen Nationalbankpräsidenten Jean-Pierre Roth mit grosser Mehrheit für ein weiteres Jahr im Verwaltungsrat.

Überraschend aus dem Gremium zurückgetreten ist hingegen die zweitgrösste Swatch-Aktionärin Esther Grether. Die Unternehmerin machte persönliche Gründe verantwortlich. Sie wurde nicht ersetzt.

Mit grossem Mehr stimmten die Aktionäre einer Dividendenerhöhung zu. Die Dividende wurde je Inhaberaktie um 11 Prozent auf 7,5 Franken und je Namenaktie auf 1,5 Franken angehoben. Die Swatch Group wolle für Notsituationen genügend Eigenkapital bereithalten, sagte Nayla Hayek. Deshalb wolle man die Ausschüttungsquote nicht deutlich erhöhen.

Swatch sei vielleicht keine «normale» Firma, sondern eher ein grossgeratenes Familienunternehmen und fühle sich daher dem Wohlergehen der Firma besonders verpflichtet, sagte Hayek.

Kritik im familiären Ambiente in Grenchen äusserte einzig die Aktionärsvereinigung Actares, welche fehlende Transparenz und mangelnde Sozialveranwortung von Swatch kritisierten. Nayla Hayek sagte dazu: «Wir haben nichts zu verbergen.»

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Swatch geht im UBS-Rechtsstreit vor Bundesgericht

Im Streit mit der UBS um Anlageverluste sieht sich Swatch weiterhin im Recht. Man werde den Fall «selbstverständlich» an das Bundesgericht weiterziehen, sagte der Swatch-Chefjurist Hanspeter Rentsch an der Generalversammlung in Grenchen.

Die Beschwerde sei in Vorbereitung und werde Ende Mai eingereicht. Ende April wies das Zürcher Handelsgericht eine Klage gegen die UBS wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht ab. Swatch kündigte darauf an, Rekurs einlegen zu wollen. Der Uhrenkonzern fordert von der Grossbank 24,8 Millionen Franken plus Zinsen zurück.

(sda/chb)