Die Aktionäre der Swatch Group haben an der ordentlichen Generalversammlung in Biel alle Anträge des Verwaltungsrates mit grossem Mehr gutgeheissen, darunter auch die im Vorfeld umstrittene Wahl des Verwaltungsrats.

Präsidentin Nayla Hayek bedankte sich für die Treue der Aktionäre. Die grosse Schar an Medienvertretern habe wohl geglaubt, dass sich die Beteiligten bei der Verwaltungsratswahl die Köpfe einschlagen würden. Im Vorfeld des Aktionärstreffens hatten sich verschiedene Aktionärsvertreter, etwa die Schweizer Anlagestiftung Ethos oder der US-Stimmrechtsberater ISS, kritisch über das Wahlprozedere geäussert. Sie empfahlen den Aktionären, den Verwaltungsrat nicht wiederzuwählen.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Die Aktionärsvertreter störten sich daran, dass das Gremium als Ganzes gewählt werden musste und dass die Aktionäre nicht den Einzelpersonen ihre Stimme geben konnten. Dabei war ihnen vor allem auch die Doppelfunktion von Nick Hayek als Konzernchef und Verwaltungsratsmitglied ein Dorn im Auge. Auf den Antrag eines Aktionärs, die Verwaltungsratsmitglieder in separaten Abstimmungen zu wählen, ging der Verwaltungsrat während der GV nicht ein. Ein detailliertes Abstimmungsresultat wird nicht publik gemacht.

Hayek lobte Swatch

Vor der Abstimmung lobte Verwaltungsratspräsidentin Nayla Hayek in ihrer Eröffnungsrede an der Generalversammlung das Unternehmen derweil über den Klee. Die Swatch Group habe im vergangenen Jahr 2012 verschiedene Akquisitionen, Entscheidungen und Schritte getan, welche die Schweizer Industrie stärken sowie echte Werte schaffen.

Verwaltungsrat und Konzernleitung hätten mit wachem Geist, in gutem Einvernehmen und motiviert gearbeitet, erklärte die Präsidentin vor den zur ordentlichen GV versammelten Aktionären in Biel. Wie immer habe sich das Management dabei an eine angemessene Lohnstruktur gehalten. Weiter verwies Nayla Hayek auf das «erfolgreiche» Geschäftsjahr und «glanzvolle» Ergebnis 2012 sowie die tiefe Verwurzelung der Gruppe in der Schweiz. So habe Swatch im vergangenen Jahr 1500 neue Stellen geschaffen, 900 davon im Inland.

Der Verwaltungsrat beschloss auch, zum Rechnungslegungswerk nach Schweizer Standard - dem Swiss GAAP FER - zurückzukehren. Diese Regeln entsprächen den Bedürfnissen der nationalen Industrie besser als angelsächsisch geprägte Standards, sagte Hayek. Die Gruppe habe sich weiterhin für das so wichtige Swiss Made eingesetzt. In diesem politischen Prozess würden Entscheidungen gefällt, die für die Herstellung von Produkten der Gruppe langfristig notwendig und vorteilhaft seien. Nicht alle politischen Kräfte schienen allerdings die Lage von Swatch zu verstehen.

(muv/sda)