Es hätte ein hübsches Comeback werden sollen: Im Frühling kündigte Swatch-Group-Chef Nick Hayek an, dass man noch vor der Ferienzeit die Swatch-Sonnenbrillen relancieren würde, die in den 1980er-Jahren für Furore gesorgt hatten. Doch trotz Hitzesommer 2015 geschah bisher nichts.

Es sei zu viel los, sagt Hayek: «Weil wir bei Swatch derzeit mit der ‹Grüezi All›-Kollektion und der ‹Touch Zero One› sehr viel Erfolgreiches am Laufen haben, verschieben wir die ­Lancierung.»

Brillen kommen im Winter

Swatch will den Start der neuen Brillenkollektion nun um ein halbes Jahr verschieben. «Wir bringen die Swatch-Sonnenbrillen nun wahrscheinlich im Winterhalbjahr», sagt der Konzernchef.

Die Schweiz muss sich beim Produktstart hinten anstellen. Der Launch soll in jenen Ländern starten, in denen gerade Sommer ist, wie Nick Hayek bestätigt.

Zusatzverkäufe ankurbeln

Swatch-Sonnenbrillen gab es bereits einmal. Sie waren quietschbunt, auffälligst gemustert und auch mal mit Zwirbeldraht verarbeitet: In den ausklingenden 1980er-Jahren hatten sie kurz Hochkonjunktur, verschwanden aber bald wieder vom Markt – genau wie der Pager oder die Telefone von Swatch.

Die Originale von damals sind heute in Vintage-Shop oder Online-Plattformen wie Ebay oder Ricardo gesucht. Mit der neuen Kollektion will der Swatch-Chef die Zusatzverkäufe ankurbeln. Die Brillen seien ein «Impuls-Artikel», sagte Hayek vor zwei Monaten zur «Handelszeitung». Impuls-Artikel nennen Detailhändler jene mittel- oder kleinpreisigen Gadgets, die man sich eben mal noch einpacken lässt. Sie stehen gleich neben den Kassen, sorgen für Zusatzumsatz und versprechen den Verkäufern meist sehr schöne Margen.

(ag/ise)