Der Betriebsgewinn der Swiss ist im vergangenen Jahr um 31 Prozent auf 212 Millionen Franken eingebrochen. Dies trotz eines Umsatzanstiegs um 2 Prozent auf 5,033 Milliarden Franken. Die Swiss habe den Umsatz um rund 100 Millionen Franken steigern können, sagte Finanzchef Marcel Klaus vor den Medien. Gleichzeitig seien aber die Kosten um 200 Millionen Franken gestiegen.

Alleine um 140 Millionen Franken sei das Flugbenzin teurer geworden. Trotz der Treibstoffzuschläge auf den Tickets habe man es nicht geschafft, den Anstieg voll auf die Passagiere zu überwälzen.

Die hohen Treibstoffpreise würden aber alle Airlines gleich treffen. Insgesamt sei die europäische Luftfahrt sehr stark unter Druck. «Wir sind eine der wenigen Gesellschaften in Europa, die überhaupt noch Geld verdienen», sagte Swiss-Chef Harry Hohmeister.

Franken nicht mehr so belastend

Nach dem Gewinneinbruch gelobt Hohmeister Besserung: «Wir werden es 2013 schaffen, ein besseres Ergebnis zu haben als 2012», sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Die Gewinnhöhe wollte Hohmeister allerdings nicht beziffern. Dafür sei es noch zu früh. Denn die Luftfahrt sei stark von äusseren Faktoren abhängig wie etwa den Treibstoffpreisen, der politischen Lage oder der Gebührenpolitik der Flughäfen.

Dabei habe die Swiss den zusätzlichen Nachteil des harten Frankens, auch wenn dieser nicht mehr so gross sei wie 2011. Im vergangenen Jahr habe die harte heimische Währung einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag vom Gewinn gekostet, sagte Finanzchef Klaus.

128 Sparmassnahmen

Angesichts der Lage sind die Swiss und ihr Mutterkonzern Lufthansa bereits früher auf die Bremse getreten. Durch das vor einem Jahr aufgelegte Sparprogramm «Score» will die Lufthansa-Gruppe bis Ende 2014 das Ergebnis um 1,5 Milliarden Euro gegenüber 2011 verbessern. Auf die Swiss entfallen 115 Millionen. Franken.

Dafür habe die Schweizer Fluggesellschaft 128 Massnahmen beschlossen wie beispielsweise eine neue Software zum Benzinsparen. Im vergangenen Jahr habe man bereits Verbesserungen von 50 Millionen Franken erreicht, sagte Klaus. Und weitere 50 Millionen Franken dürften in diesem Jahr erreicht werden. Bis Ende 2014 wolle man wieder einen Betriebsgewinn von rund 420 Millionen Franken erzielen.

Expansion geht weiter

Die grossen Effizienzsteigerungen würden aber erst die neuen Flugzeuge bringen. Ende nächsten Jahres werden die neuen Bombardier C-Series erwartet, die die veralteten Jumbolinos im Europaverkehr ablösen sollen.

Und ab 2016 will die Swiss auf der Langstrecke sechs Boeing 777 in Betrieb nehmen und damit die Airbus A340 Maschinen ersetzen. Die neuen B777 würden knapp ein Viertel weniger Flugbenzin pro Passagier verbrauchen als die bisherigen Airbus-Flugzeuge, sagte Hohmeister. Die neuen Boeings kosteten 1,5 Milliarden Franken. Insgesamt werde die Swiss im Zeitraum von 2009 bis 2018 rund 5,5 Milliarden Franken in die Erneuerung der Flotte investieren.

In der Zwischenzeit geht die Expansion weiter. Im Mai werde die neue Langstrecke nach Singapur eröffnet. Damit alleine werden 150 Arbeitsplätze in Cockpit und Kabine geschaffen. Insgesamt werde die Swiss im laufenden Jahr 200 zusätzliche Stellen schaffen, sagte Hohmeister der sda. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie die Zahl der Vollzeitstellen um rund 460 auf 6790 erhöht.

(tno/se/sda)

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