Diese Woche konnte Harry Hohmeister gleich zwei Mal feiern. Am Donnerstagabend stieg die grosse Mitarbeiterparty der Swiss. Am Tag zuvor hatte der Chef der Schweizer Nationalairline die freudige Nachricht bekommen, dass das Bundesamt für Zivilluftfahrt Etihad in die Schranken weist. Die Fluggesellschaft aus Abu Dhabi übe zu viel Macht bei ihrer Partnerin Etihad Regional aus. Daher müssen die beiden nun ihre Kooperation überarbeiten.

Dennoch sind die Golfairlines Hohmeister noch immer ein Dorn im Auge. In einem Interview mit dem Fachmagazin «Flightglobal» fordert er die Behörden in der EU auf, etwas gegen Etihad, Emirates und Co. zu unternehmen. «Ich will kein Geld, ich will keine Steuererleichterungen. Ich fordere nur fairen Wettbewerb», so der Swiss-Chef. Man müsse die Fluglinien vom Golf einschränken. Man lasse derzeit Airlines mit ganz anderen Sozialkosten unbeschränkt nach Europa. Das gehe nicht.

Konditionen, von denen die Swiss «nur träumen kann»

Im System der Golfairlines stecke zudem sehr viel staatliches Geld – via tiefe Infrastrukturkosten und attraktive Kredite von denen er nur träumen könne, so Hohmeister zu «Flightglobal». Auch hier hätten Emirates, Etihad und Co. also Vorteile. Er verschweigt dabei freilich, dass die Swiss einst nur mit staatlichem Geld überhaupt abheben konnte.

Tiefe Kosten der Rivalen sind für den Swiss-Lenker nicht das einzige Problem. Die Golfairlines hätten ihre Flotten in einer Zeit aufgebaut, in der man von gigantischen Wachstumsraten in Asien ausgegangen sei. Inzwischen rechne man mit weniger Wirtschaftswachstum. Die Folge sei, dass die Fluglinien aus Abu Dhabi und Dubai zu viel Sitze zu verkaufen hätten. Und die würden sie auf den Markt drücken. Die Folge seien gelegentlich «absurde Preise».

 

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