1. Home
  2. Swiss-Chef fordert tiefere Flughafengebühren

Drohung
Swiss-Chef fordert tiefere Flughafengebühren

Swiss-Flieger in Parkposition am Flughafen Zürich Kloten: Die Swiss will weniger Zahlen. (Bild: Keystone)

Der Swiss sind die Flughafengebühren in Zürich zu hoch. Die Lufthansatochter will weniger bezahlen und droht mit einem Stellenabbau.

Veröffentlicht am 16.05.2013

Swiss-Chef Harry Hohmeister fordert Zugeständnisse des Personals und des Flughafens Zürich-Kloten. In einem Interview mit den Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» droht er mit einem Stellenabbau.

Sollten die Gebühren am Flughafen weiter steigen, «dann müssen wir uns überlegen, unsere Kapazitäten herunterzuschrauben. Mit all den unangenehmen Folgen wie etwa Jobverlusten», sagte Hohmeister - auch an die Adresse des Kantons Zürich, der als Hauptaktionär des Flughafens die Gebühren bewilligt.

Der Flughafen Zürich sei heute schon sehr teuer und wolle die Gebühren massiv erhöhen. Dabei brauche die Swiss das Ausbauprojekt «The Circle» nicht. Der Flughafen solle sich überlegen, ob «man ein weiteres Einkaufszentrum als Konkurrenz zum Glattzentrum oder eine effiziente Infrastruktur» wolle.

Hohmeister, der bei der Lufthansa kürzlich zum Leiter der Verbund-Airlines wie Swiss, Austrian Airlines und Germanwings berufen worden ist, sieht viele Flughäfen als mögliche Alternativen: Wien sei eine Alternative, auch Frankfurt und München hätten viel Platz.

Preisdruck

Der Flughafen Zürich solle seine Gebühren senken. «Unser Durchschnittserlös pro Passagier ist seit 2008 um 30 Prozent gesunken. Das müssten die Verantwortlichen der Zulieferer - und dazu gehört der Flughafen - erkennen und als Zielvorgabe nehmen», sagte Hohmeister.

Auch von den Angestellten fordert der Swiss-Chef Entgegenkommen. In Genf soll neues Personal zu französischen Arbeitsbedingungen mit flexibleren Einsatzzeiten angestellt werden. Dass die Swiss weiterhin Stellen schaffen könne, hänge sehr stark von den Gewerkschaften ab. Ihm scheine das Wohlstandsmaximum überschritten. So verzichte die Chefetage ab Juli auf 5 Prozent des Lohnes.

Im ersten Quartal 2013 hat die Swiss erstmals seit langem rote Zahlen geschrieben. Der Betriebsverlust belief sich auf 24 Millionen Franken. Bis Ende 2015 will die Swiss laut Hohmeister aber Gewinne von 450 bis 500 Millionen Franken einfliegen. Denn alles darunter gehe an die Substanz.

(tke/sda)

Anzeige