Haben Sie den Champagner schon kaltgestellt?
Warum?

Immerhin haben Sie Etihad Regional geschlagen. Die Airline zieht sich fast komplett aus der Schweiz zurück.
Die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen des Rückzugs sind nicht so gravierend, dass wir jetzt die Champagnerkorken knallen lassen sollten.

Gleichwohl haben Sie sich vor der Etihad-Grossoffensive gefürchtet.
Fürchten ist der falsche Ausdruck. Wir haben den Einstieg von Etihad sehr ernst genommen, vor allem vor dem europarechtlichen Hintergrund.

Was meinen Sie damit?
Es kann doch nicht sein, dass etablierte europäische Airlines bei Konsolidierungen mit riesigen Auflagen belegt werden, auf der anderen Seite aber Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten in Europa machen können, was sie wollen. Das ist nicht fair und das dürfte kaum den Vorstellungen der EU von Wettbewerbsregulierung entsprechen. Wir treten dem entgegen und haben das nun auf unsere Art und Weise  in der Schweiz gezeigt.

Der Chef von Etihad Regional, Maurizio Merlo, wirft Ihnen und der Swiss-Mutter Lufthansa «aggressives Verhalten» vor, woraus ein «geschäftlicher Schaden» entstanden sei. Was antworten Sie?
Ich finde es merkwürdig, dass uns mehr Wettbewerb vorgeworfen wird. Wir haben lediglich die gleichen Mittel wie Etihad Regional angewandt.

Ist das rasante Wachstum der Golfstaaten-Airlines gebremst?
Nein. Wir müssen uns in Bern, Berlin, Paris und Brüssel weiter dafür einsetzen, dass faire politische Regeln und die europäischen Wettbewerbsrichtlinien in unserer Branche für alle Airlines gelten, also für die europäischen ebenso wie für jene aus den Golfstaaten.

Nicht nur die Konkurrenz, auch der starke Franken trifft sie negativ.
Wir analysieren sämtliche 2500 Kostenstellen und stellen uns die Frage, ob wir gewisse Aufgaben nicht auslagern. Ausserdem müssen wir den Flughafen Zürich und die Flugsicherung Skyguide, die kein Währungsrisiko haben, dazu aufrufen, deutlich effizienter und wirtschaftlicher zu werden. Damit wäre es möglich, die Gebühren für die Airlines zu senken.

Müssen Passagiere mit höheren Ticketpreisen rechnen?
Auf gewissen Routen wie in die USA werden die Preise marginal steigen. Das ist eine Konsequenz des SNB-Schocks. Wir werden versuchen müssen, höhere Preise durchzusetzen.

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