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Swiss-Chef Hohmeister holt neuen Jet aus den USA ab

Für die Swiss beginnt eine neue Ära, wenn der Langstreckenflieger Boeing 777-300ER erstmals in Zürich landet. Noch-Swiss-Chef Hohmeister hat das Flugzeug persönlich im Boeing-Werk abgeholt.

Von Tim Höfinghoff
am 28.01.2016

Seine Freude auf das neue Fluggerät wollte Harry Hohmeister auf keinen Fall verbergen: «Ich bin stolz», sagte er am Mittwochabend im amerikanischen Seattle, als die Fluggesellschaft Swiss mit Boeing die Auslieferung des neuen Fliegers feierte.
 
Hohmeister ist zwar nur noch wenige Tage offiziell im Amt und wird zum 1. Februar an seinen Nachfolger Thomas Klühr übergeben, bevor er bei der Lufthansa für die Premium-Marken verantwortlich ist. Doch die Einführung eines neuen Flugzeugtyps kommt nicht oft vor im Leben eines Airline-Chefs.

«Ein Highlight meines Berufslebens»

Kein Wunder, dass es sich Hohmeister in seinen allerletzten Tagen als Swiss-Chef auf keinen Fall nehmen lassen wollte, selbst in die USA zum Boeing-Werk nach Everett in der Nähe der Stadt Seattle in den Bundesstaat Washington zu reisen und die neue Boeing 777-300 ER abzuholen. «Dies ist ein Highlight in meinem Berufsleben», sagte er. Am Freitagmorgen soll die Boeing dann am Flughafen in Zürich landen und erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.
 
Die Swiss wird schrittweise ihre Langstreckenflotte erneuern und bis zum Jahr 2018 neun Boeing 777-300 ER erhalten. Das Kürzel ER steht für «extended range», der Typ soll die bisher eingesetzten Airbus A340 ersetzen. Die neue Boeing wird im Sommerflugplan zum Einsatz kommen und Ziele wie etwa Los Angeles, Hongkong und Bangkok ansteuern.

Vibrationsgetestete Nespresso-Maschine

Vor zwei Jahren seien die Vertragsverhandlungen zwischen Swiss und Boeing abgeschlossen worden, sagte Larry Schneider, der beim US-Flugzeughersteller Boeing als Chef-Projekt-Ingenieur für das 777-300-ER-Programm arbeitet. Die Maschine habe nicht nur Teile von Schweizer Zuliefererbetrieben an Bord, sondern auch eine Besonderheit: «Swiss war wichtig, dass eine Nespresso-Maschine an Bord ist», sagte Schneider vor Journalisten, die Boeing und Swiss nach Seattle zur Auslieferung des neuen Fliegers eingeladen hatte. Eine Nespressomaschine habe es bisher nicht in einem Boeing-Flieger gegeben, so dass das Gerät erst noch zertifiziert werden musste – inklusive «Vibrationstests».
 
Neu ist nicht nur die Kaffeemaschine: Swiss wird erstmals Internet an Bord anbieten. Ebenso sollen Reisende Roaming-Telefonie nutzen können, allerdings ist dies ein Test für ein Jahr.

Die Boeing vom Typ 777 gibt es seit rund 20 Jahren, das ER-Programm existiert seit etwa 10 Jahren. Die Produktion eines solchen Flugzeugs dauert im Boeing-Werk 46 Tage. Allein im vergangenen Jahr haben 98 Boeing 777-300ER das Werk verlassen. Für dieses Jahr sollen es genauso viele werden.

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