Die Lufthansa besetzt die Ressorts des scheidenden Vorstands Stefan Lauer mit zwei Managern. Zum 1. Juli 2013 werde Bettina Volkens (49) Arbeitsdirektorin des Konzerns, teilte die Lufthansa mit.

Harry Hohmeister werde als Vorstand Verbund-Airlines und Logistik in das Vorstandsgremium aufgenommen. Hohmeister (49) ist Chef der Lufthansa-Tochter Swiss. Lauer, der bisher beide Positionen bekleidet hatte, verlässt den Vorstand nach 13 Jahren.

Beide werden ihre bisherige Funktion innerhalb des Konzerns in Personalunion weiter wahrnehmen, heisst es in der Mitteilung.

Leidenschaft für die Fliegerei

Harry Hohmeister ist einer der Wegbereiter des Erfolgs der Fluggesellschaft Swiss. Nebst profundem Wissen verfügt Hohmeister über etwas, das es nirgends zu lernen gibt: Die Leidenschaft für die Fliegerei. Kein Wunder also, hole die Lufthansa den verlorenen Sohn in die Konzernleitung, sagen Kenner.

Harry Hohmeister kennt die Lufthansa von der Pike auf. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst hat der Deutsche 1985 bei der Lufthansa angefangen.

Er absolvierte die Lehre als Luftverkehrskaufmann, arbeitete sich kontinuierlich hoch bis zum Vizepräsidenten des Bereichs Netzwerkplanung.

Im Jahr 2000 machte Hohmeister einen Abstecher zu Thomas Cook Airlines. Fünf Jahre später stiess er dann zur Swiss als Leiter des Netzwerk-Ressorts, eine Schlüsselposition im Konzern. Am 1. Juli 2009 übernahm Hohmeister die Führung. Inzwischen verfügt er über mehr als 30 Jahre Branchenerfahrung.

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«Ich habe mir über meinen Karriereweg nie grosse Gedanken gemacht. Mir geht es weniger um die Position - der Job muss für mich interessant sein», sagte er im Februar 2012 im Interview mit dem Onlineportal «TagesWoche».

Auf Augenhöhe

Interesse und Knowhow - das machte Hohmeister zum Erfolgsmanager bei der Swiss. Für Hansjörg Bürgi, Chefredaktor des Magazins SkyNews.ch ist es auch die Leidenschaft, die Hohmeister den Erfolg brachten. «Er ist selbst Pilot, kann mit Piloten und dem Personal auf Augenhöhe sprechen. Für die Verhandlung mit den Personalvertretern und letztlich für den Erfolg der Swiss war das entscheidend», so Bürgi.

Dank Hohmeister sei die Swiss zu einer Vorzeige-Airline in Europa geworden. Dass die Muttergesellschaft Lufthansa den erfolgreichen Steuermann nun zurückholt, erstaunt ihn nicht. «Lufthansa hat mit Sparübungen zu kämpfen. Es wird ein Jahr der Entscheidungen. Sie holt sich aus ihrem Pool nun die besten Leute», sagt er.

Flugfieber

Hohmeister selbst hat die Rückkehr zur Muttergesellschaft nicht geplant. Er habe sich bei der Swiss für ein paar Jahre verplichtet. «Was ich dann einmal später mache, weiss ich noch nicht», sagt er damals im Interview mit der «TagesWoche».

Hohmeister wohnt in der Nähe von Zürich, ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Jene, die ihn kennen, beschreiben ihn als Vertreter einer neuen Managergeneration, die sich smart gibt, kommunikativ, entspannt und empathisch auftritt. Allerdings könne Hohmeister auch mal wirsch werden.

Branchenkenner Bürgi äussert sich dazu nicht. «Airline-Manager sind anders als andere», sagt er. «Wer sich für das grosse Geld interessiert, geht nicht zu einer Airline. Man braucht das Flug-Fieber.»

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(vst/rcv/sda/reuters)