Die Airline spielt gemäss Recherchen der «Handelszeitung» derzeit diverse Szenarien durch, wie sie den Europa-Verkehr künftig aufstellen soll. Gemäss einem internen Strategiepapier, das der «Handelszeitung» vorliegt, gibt es dabei die Variante, die Swiss in zwei Gesellschaften zu trennen.

Ein Teil würde dann nur noch die Langstrecken-Flüge anbieten. Der andere, neue Teil würde das Europa-Geschäft umfassen. Dafür könnte die Swiss, wie es in dem Papier heisst, eine «neue EU-Plattform» einrichten. Die Swiss würde dann mit zwei verschiedenen AOC (Air Operator Certificate oder Betriebsbewilligungen) fliegen. Fürs Personal würden in den zwei Einheiten unterschiedliche Anstellungsbedingungen gelten. Das Projekt läuft unter dem Codenamen «Calvin & Zwingli».

Die Swiss äusserst sich zu «Calvin & Zwingli» nicht konkret. Sprecherin Susanne Mühlemann bezeichnet das Dokument als «Arbeitspapier, das verschiedene mögliche Zukunftsmodelle skizziert, die erst diskutiert werden».

Nachdem die «Handelszeitung» das Szenario publik gemacht hatte, dementierte die Swiss, sie plane «keine Auslagerung des Europaverkehrs ins Ausland». Das sei eine Interpretation der «Handelszeitung». Im Strategiepapier ist aber durchwegs von der «neuen EU-Plattform» die Rede.

Europa-Verkehr muss 10 Prozent günstiger werden

Eindeutig ist, dass die Swiss die Kosten drücken will. «Wir haben im Europa-Verkehr Probleme mit der Kostenstruktur», sagte Firmenchef Harry Hohmeister der «Handelszeitung» bei einem Gespräch am Jahreskongress des Airline-Verbandes IATA in Peking diese Woche. «Diese gehen wir dieses Jahr Schritt für Schritt an. Da ist keine Position ausgenommen, alle müssen neu beleuchtet werden.»

Hohmeister strebt eine Reduktion des Aufwandes «im oberen einstelligen Prozentbereich» an. Im Rahmen des Lufthansa-Sparprogramms Score, zu dem die Swiss bis 2015 rund 100 Millionen Franken beisteuern muss, will Hohmeister zudem bei den Zulieferern sparen. Beim Caterer Gategroup ist die Swiss bereits vorstellig geworden. «Erste Gespräche zwischen der Swiss und uns haben stattgefunden», bestätigt Sprecherin Brigitt Trindler. Swiss-Sprecherin Mühlemann sagt dazu: «Im Rahmen von Score gibt es Massnahmen, die wir in Kooperation mit unseren Partnern anschauen.»