Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss will mehr sparen als bisher angekündigt, wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtet. Am Donnerstag gab die Swiss bekannt, in Basel 19 Stellen in der Buchhaltung zu streichen.

Im November hatte die Airline angekündigt, dass eine Stellenzahl im oberen zweistelligen Bereich von den aktuellen Sparplänen betroffen sein würde. Doch während bis anhin stets die Rede von einer Ergebnisverbesserung von rund 115 Millionen Franken war, könnten es nun gar 160 Millionen werden. Das sagte Swiss-Chef Harry Hohmeister kürzlich gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Eine Firmensprecherin will die 160 Millionen gegenüber dem «Sonntag» nicht als offizielles Ziel bestätigen, sagt aber: «Aufgrund von gegenläufigen Effekten wie der Währungssituation oder dem hohen Ölpreisniveau werden wir gezwungen sein, noch weitere Ertragsverbesserungen über das ursprünglich vorgesehene Mass zu erreichen.»

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Bereits jetzt ist klar, dass es bei den 19 abgebauten Stellen nicht bleiben wird. «Weitergehende Analysen sind im Gang», heisst es in der internen Mitteilung an das Swiss-Personal.

Umstrittenes Senioritätsprinzip

Harry Hohmeister stellte am WEF in Davos in einem SRF-Interview zudem das Swiss-Lohnsystem zur Diskussion. Das Senioritätsprinzip hält er für «sehr fraglich», da die Mitarbeiter so schon heute wissen würden, wie viel sie in 27 Jahren verdienen. «Das ist nicht besonders sinnvoll, wir sind ja nicht im Beamtenstadel.»

Mit dieser Aussage sorgt er beim Pilotenverband Aeropers für Kopfschütteln. «Herr Hohmeister scheint leider nur schlechte Seiten beim Senioritätsprinzip zu sehen», sagt Aeropers-Sprecher Thomas Steffen. Dabei garantiere das Prinzip die Sicherheit, da dadurch kein unnötiger Konkurrenzkampf unter den Piloten entstehe. «Sonst würde vielleicht ein Pilot mit gefährlich wenig Sprit herumfliegen, nur um seine persönliche Karriere zu fördern.»

(rcv)