Swiss-Chef Harry Hohmeister hat bereits im Sommer die Parole ausgegeben, dass traditionelle Fluggesellschaften von Billiganbietern lernen müssen, ohne sich ihnen beim Service anzugleichen. Im heutigen Strategieausblick der Swiss wurde vor allem deutlich, wie die Fluggesellschaft ihre Dienstleistungen für die Passagiere ausbauen möchte.

Fünf Milliarden Franken will Swiss in den kommenden Jahren in neue Flugzeuge investieren. Sie erweitert ab Sommer 2015 ihr Streckennetz um 22 Destinationen ab Zürich. Das ganze Jahr über angeflogen werden in Zukunft unter anderem Neapel, Porto und Leipzig. Gleichzeitig lanciert Swiss 16 Flüge wöchentlich zwischen Genf und Lugano.

Airbus A320 und A321 aufgerüstet

Die Swiss bekräftigte dabei ihre Pläne, die Flotte zu modernisieren. Ab November will Hohmeister die erste von mehreren umgerüsteten Airbus A320 und A321 einsetzen. In den neu eingerichteten Kabinen sollen zwölf beziehungsweise 19 Passagiere mehr Platz finden – denen zugleich grössere Beinfreiheit geboten werden soll. Auch die Bordverpflegung wird um Produkte aus der Schweiz erweitert.

Es ist ein Balanceakt: In einem harten Umfeld kämpfen die europäischen Airlines mit der Konkurrenz um die Passagiere, vor allem mit den arabischen Airlines wie Qatar, Emirates und Etihad. Der Preisdruck zwingt die Swiss dazu, im Rahmen des Sparprogramms «Core» die Kosten zu senken. Für das Jahr 2014 soll die Lufthansa-Tochter 86 Millionen Franken weniger ausgeben.

«Harte Verhandlungen mit Gewerkschaften»

Zugleich will Swiss ab kommendem Jahr neue Flugzeuge anschaffen: Unter anderem sollen im nächsten Jahr 30 neue Bombardier CSeries Flugzeuge von der Swiss in Betrieb genommen werden. Neuerungen für die Airbus-Flotte kommen 2016, wenn einen neuer Airbus A321ceo die Flotte ergänzt.

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Wie will die Swiss die Ausgaben mit dem Ziel, die Kosten zu senken? «Es ist auch klar, dass das Anlaufinvestitionen sind, die zunächst mal etwas kosten können», sagte Swiss-Chef Harry Hohmeister gegenüber awp. «Aber sie müssen innerhalb der nächsten 24 Monate dann profitabel werden.»

«Etwas harzig, aber verträglich»

In einem internen Video, das am Wochenende öffentlich geworden war, brachte die Fluggesellschaft diese beiden Punkte miteinander in Verbindung, auch wenn sie Details offen liess. «Damit wir uns das überhaupt leisten können, müssen wir unsere Kostenstruktur und –effizienz verbessern», hiess es im Film. Dazu gehörten auch «harte Verhandlungen mit unseren Partnern, Lieferanten und den Gewerkschaften.»

Im Blickpunkt steht auch der Konflikt mit dem Pilotenverband Aeropers, der sich gegen die Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages von Seiten der Swiss wehrt. Der Verband wirft Swiss vor, sie wollten Piloten mit tieferen Löhnen einsetzen. Hohmeister gibt sich auch hier optimistisch: «Es ist momentan noch etwas harzig, aber verträglich.» Er hoffe, weit vor dem Auslaufen  des GAV im November 2016 eine Vereinbarung zu erreichen.

(Mit Material von sda)