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Klemme
Swiss leiht sich Personal von Edelweiss Air

Swiss: Die Airline verbietet ihren Mitarbeitern den Sommerurlaub. Keystone

Die Swiss kämpft gegen einen Personalengpass. Die Lufthansa-Tochter muss sich sogar Mitarbeiter bei der Schwesterfirma Edelweiss Air leihen.

Veröffentlicht am 14.06.2015

Die Swiss muss sich für den Sommer Personal ausleihen: Weil der Fluggesellschaft die Flugbegleiter fehlen, fragt sie etwa bei ihrer Schwesterfirma Edelweiss Air an, um Aushilfen anzuheuern.

Zudem setzt sie vorübergehend auch Personal aus Genf in Zürich ein, wie Swiss-Sprecher Stefan Vasic am Sonntag auf Anfrage sagte. Er bestätigte eine Meldung der Zeitung Schweiz am Sonntag, derzufolge die Swiss ein Massnahmenpaket gegen den Unterbestand geschnürt hatte. Es herrsche allerdings kein grundsätzlicher Mangel, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Neuer GAV sorgt für Engpass

Verantwortlich für den Engpass sind laut Vasic drei Gründe: Erstens kamen zu den regulären Abgängen von Flugbegleiterinnen einige Wechsel in das Aushilfscorps vor. Es reduzierten also einige Mitarbeiter ihre Pensen.

Zweitens sieht der neue Gesamtarbeitsvertrag vor, dass das Personal auf Europaflügen nur noch maximal fünf statt sechs Tage hintereinander unterwegs sein darf. Drittens sei die Nachfrage nach Ferien über den Sommer jeweils höher.

Keine Sommerferien

Die Schweiz am Sonntag hatte denn auch mit Berufung auf die Gewerkschaft Kapers geschrieben, dass einige Swiss-Angestellte keine Sommerferien bewilligt bekommen hätten. Derzeit werde für Juli noch geplant, sagte der Swiss-Sprecher dazu. Deshalb könne er noch nicht genau sagen, wie die Feriensituation abschliessend aussehe.

Mit der Einflottung des neuen und grösseren Langstreckenfliegers Boeing-777 entstehen laut Vasic 2016 nochmals 350 Stellen in der Kabine. Die Fluggesellschaft arbeite derzeit daran, dieses Personal aufzubauen. Derzeit würden Rekrutierungen laufen, sagte er. Es handle sich nach wie vor um einen interessanten Beruf, welcher auf entsprechendes Interesse auf dem Arbeitsmarkt stosse.

Weniger zuversichtlich für die Rekrutierung zeigte sich in dem Zeitungsbericht die Gewerkschaft. Der Beruf sei nicht mehr so attraktiv wie früher. Die Gewerkschaft warf der Fluggesellschaft bereits in der Vergangenheit vor, mit schlechten Arbeitsbedingungen einen Personalmangel zu verursachen.

(sda/ise)

 

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